pfalzweinproben

Sekt mit Charakter und Klasse – Neustadter Weinfreunde zu Gast in der Sektmanufaktur „Andres & Mugler“

Hinterlasse einen Kommentar

labelsverschluesse

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

flaschentilted

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Mit wenigen hundert Flaschen eines Riesling Sektes starteten die beiden Freunde Michael Andres und Steffen Mugler 1989 ihre Sektmanufaktur in Ruppertsberg. Binnen drei Jahren wurde die Produktion erweitert und von zugekauften auf eigene Weine umgestellt. Zudem werden seit 2006 die Weinberge auch biologisch bewirtschaftet. Die Umstellung ermöglicht es die Weine vom Weinberg an auf die Versektung auszurichten und damit verbunden die Qualität des Endproduktes deutlich zu steigern.

Michael Andres. Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Michael Andres. Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Das Rezept der Beiden ist genauso einfach wie klar: der Grundwein muss passen! Nicht die von vielen Weingütern praktizierte ‘frühzeitige Lese’ ist hier qualitätsentscheidend. Diese wird in dem Glauben praktiziert, Sekte benötigten für die Flaschengärung ‘stramme Säure’.  Die hohe Säure hält den Sekt zwar spritzig aber durch die frühe Lese der Trauben haben sie wenig Zeit eigene Aromen zu bilden. „Andres & Mugler“ verwenden ausschließlich ausgereifte Trauben im Kabinett- und Spätlesebereich. Diese Weine gelten eigentlich als viel zu Wertvoll zur Sekterzeugung. Durch die lange Reife können die Grundweine aber viel besser den Charakter der Rebsorte in den Sekt einbringen. Um den typischen Sektcharakter trotz des voluminösen Grundweines zu erhalten, wird die Restsüße nach der Gärung auf einem Minimum gehalten. Das Ergebnis hiervon sind komplexe, elegante, ausgewogenen und frische Sekte.

Auch die Erscheinung der Flaschen unterscheidet sich deutlich von anderen deutschen Sekten. Statt wie üblich eine Drahtagraffe zur Sicherung des Korkens zu verwenden, wird eine Metallspange verwendet. Dadurch wird das entkorken eines „Andres & Mugler“ Sektes schon zu einem einmaligen Erlebnis. Mit dem leuchtend gelben Etikett und der Metallklammer hat die Sektflasche ein klares Design und Alleinstellungsmerkmal.

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Neustadter Weinfreunde bei Andres und Mugler © Stephan Nied

Wer fruchtbetonte Sekte mit Struktur und Frucht liebt, wer diesen typischen, feinhefigen Brioche-Ton mag, wer ein Anhänger feiner Champagner ist, der wird mich womöglich in der Behauptung unterstützen, dass wir hier die vielleicht beste deutsche Adresse für flaschenvergorene Sekte haben!  Auch die Kritiken stimmen darin überein.  In einer Verkostung von 187 internationalen Schaumweinen der Zeitschrift „Weinwirtschaft“ belegen 2002 „Andres & Mugler“ den zweiten Platz und Stuart Pigott setzt sie in der „Welt“ gar auf eine Stufe mit Dom Perignon und Roederer Cristal.

Bei ihrem monatlichen Treffen waren die Neustadter Weinfreunde im Dezember zu Gast in der Sektmanufaktur „Andres & Mugler“. Wie so oft war das Treffen ein großartiger Abend unter gleichgesinnten Menschen. Vielen Dank an Michael Andres der uns seine und Steffen Muglers großartigen Sekte präsentiert und mit uns verkostet hat. Im Rahmen dieses Treffen wurden von den Neustadter Weinfreunden auch eine Spende in Höhe von 195 € gesammelt, die in Form von Lebensmittel zugunsten der Neustadter Tafel gehen wird.


 

Verkostungsnotizen:

Riesling Sekt Brut 2012  (12.50 € / 0,75 L)

Feines Mousseux, an der Nase Kräuter und nasser Schiefer, am Gaumen grüner Apfel

Riesling Sekt Brut 2012 – Zero Dosage (nicht käuflich erhältlich, wird ausschließlich für einen befreundeten Sommelier erzeugt)

Feine Hefe in der Nase, etwas ‘klarer’ als der normale Riesling .

Blanc de Noirs Brut 2012  (13.00 € / 0,75 L)

aus hell gekeltertem Spätburgunder (ca. 70%) und Schwarzriesling (ca. 30%), feine rote Früchte an der Nase, beerig, langer Nachhall, sehr animierend

Chardonnay-Auxerrois Brut 2012  (15.00 € / 0,75 L)

60% Chardonnay/40% Auxerrois; die Grundweine werden teilweise im Barrique ausgebaut. Kräftiger Typus mit sehr schönen Noten von gelben Früchten und feinen Hefenoten, geschmeidig im Gaumen, kommt auch mit kräftigem Essen klar!

Cuvée Elena Brut 2012  (16.00 € / 0,75 L)

jedes der Kinder von Steffen Mugler & Michael Andres ist Namensgeber für die Cuvée-Sekte (z.Zt. sind es 3 Cuvées…). Bei ‘Elena’ sorgen Chardonnay-Auxerrois und Schwarzriesling (80:20) für einen sehr dichten, komplexen Sekt, Marzipan an der Nase, cremig im Gaumen Gerade im Nachgeschmack zeigt ‘Elena’ die wahre Größe!

Cuvée Louis Brut 2012  (16.00 € / 0,75 L)

Schwarzriesling  und Spätburgunder mit einem kleinen Anteil (ca. 20%) Auxerrois und Chardonnay-Barrique, 18 Monate Hefelager, feinste Erdbeer und Himbeer Aromen gepaart mit etwas Brioche an der Nase, cremig, langer Nachhall, alles sehr fein mit einander verbunden

Cuvée Louis Brut nature Magnum 2012  (36.00 € / 1,50 L)

gleiche Zusammensetzung wie das « normale » Cuvee Louis aber ohne Holzeinsatz, hier kommen die  Brioche Töne noch klarer zum Vorschein.

Cuvée XXV Anniversaire Brut nature (24.00 € / 0,75 L)

Zum 25-jährigen Bestehen der Sektkellerei wird ein besonderes Cuvee angeboten – die Cuvee „XXV Anniversaire“. Die Grundweine der Rebsorten Schwarzriesling, Spätburgunder und Chardonnay wurden zunächst 100% im Holzfass ausgebaut und den Sekt anschließend 42 Monate auf der Hefe liegen lassen. Als „Cuvée nature“ – also ohne jede Dosage – wurden nur 600 Flaschen der Spezialität abgefüllt. Ein ausdrucksstarker Sekt mit langem Nachhall.


 

Mir persönlich gefallen der Blanc de Noir und das Cuvee Louis am besten. Dies ist meine eigene total subjektive Meinung. Bei unserer Verkostung mit den Neustadter Weinfreunden ergab sich ein sehr heterogenes Bild bezüglich der Favoriten der einzelnen Verkoster. Dies werte ich nur als ein weiteres Indiz auf welch hohem Niveau die Sekte von „Andres & Mugler“ sich befinden, da alle Sekte hervorragend gemacht sind.

Zu den Personen
Michael Andres, Jahrgang 1961, ist Diplom-Ingenieur Weinbau und Önologie. Winzerlehre beim Weingut Reichsrat von Buhl. Nach mehreren Stationen bei renommierten Pfälzer Weingütern gründete er 1993 seinen eigenen Weinbaubetrieb in Ruppertsberg.

Steffen Mugler, Jahrgang 1965, hat nach der Lehre bei Bassermann-Jordan, die Ausbildung zum Winzermeister beim VDP Weingut „Walter Henninger“ absolviert und ist seit 30 Jahren in diesem Beruf tätig. Seit 2002 hat er das Weingut Manfred Schädler in Maikammer gepachtet und den Betrieb auf biologischen Anbau umgestellt.

Beenden möchte ich meinen kurzen Bericht mit einem Kommentar von unserem Weinfreund Gerald Hanbuch :

„Da war sie wieder!! Diese Begeisterung für eine Sache alles zu geben und auch auf Kompromisse zu verzichten!! Ganz anders als bei Christian Nett, aber genauso intensiv. Nur stiller in der “Aussprache!”  Die Ergebnisse dieser Passion, durften wir gestern in einer klasse Präsentation und Probe genießen. Dann noch die ganz ruhige Art, uns mit Köstlichkeiten zu verwöhnen!! Verschiedene Sorten Käse und Salami und die tolle Gastfreundlichkeit. TOP!! Durch die Neustadter Weinfreunde wieder eine Entdeckung gemacht, die in sehr guter Erinnerung bleibt!!“

Bisherige Neustadter Weinfreunde Weinproben:

Weingut Christmann
Oliver Zeter
Weingut Weik in Mussbach (Bericht fehlt)
Weingut Bergdolt-Reif & Nett in Duttweiler
Weingut Johann F. Ohler in Gimmeldingen (Bericht fehlt)
Weingut Leonhard Zeter in Diedesfeld


2 Kommentare

Frank John Vertikale 11 Jahre – 11 Rieslinge 2003-2013

Die Hefe ist die Mutter des Weines. Der Wein ist das Kind der Hefe.
Man trennt das Kind so spät wie möglich von der Mutter.

Frank John

Frank John Vertikale 11 Jahre Riesling

Frank John Vertikale 11 Jahre Riesling

11 Rieslinge aus 11 Jahrgängen von 2013-2003 und massenhaft Eindrücke. Was für ein Abend! Wir sind aus dem Staunen nicht herausgekommen. Wir 4 Weinfreunde hatten uns schon sehr auf diese von Frank John selbst besprochene Vertikale gefreut und wurden mehr als überrascht… Uns wurde ein Erlebnis beschert, an das man noch sehr lange gerne zurückdenken wird.

Vorausschickend sei gesagt, dass wir nicht zu den Jungweinfreaks zählen, sondern durchaus gerne auch mal etwas Reiferes im Glas haben. So rechneten wir natürlich damit, auch an diesem Abend ein paar Weine mit Reifetönen zu entdecken.  Ich glaube, jeder von uns wartete insgeheim von Wein zu Wein auf den nächsten, ab dem man nun die ersten Spuren dahingehend finden würde. Die Probe ging bei 2013 los und wir waren bei 2004 (!) angekommen, als wir in der Nase etwas erkannten, was gaaanz sachte vielleicht in die Richtung ging. Aber wirklich nur andeutungsweise… Die Farbe dieses Weines war hier auch intensiver, dunkler, goldengelb – das lag aber laut Frank John daran, dass er zur Reifung ein Barriquefass dazu genommen hatte, weil es von der Menge her mit den großen Fässern nicht aufging.

Dann kam mit 2003 der letzte Wein ins Glas. – Und wir waren wieder am Anfang: ein Wein, so jung und lebendig. Wach! Wer schon mal kleine Kinder ins Bett gebracht und erlebt hat, wie die jedes Mal, sobald man den Raum verließ, hellwach wieder am Gitter standen und rüttelten (mein Rekord: 16x zurück ins Kinderzimmer), der versteht vielleicht mein Gedankenflash, der sich beim 1. Schluck dieses Weines eingestellt hat. Wo wir dachten, jetzt wird es ruhig und stiller, war unerwartet Leben. 2003 – der Jahrhundertsommer – stumpfe, langweilige Weine, zu wenig Säure, zu reife Trauben, so hieß es doch oft. HA! Nix davon. Nicht in diesem Wein jedenfalls.

Der rote Faden aller verkosteten Weine: Reben, die im Buntsandstein wachsen, Trauben aus biodynamischem Anbau, spontan vergoren, BSA- Biologischer Säureabbau, Ausbau in Stück- und Doppelstückfässern, mind. 1 jähriges Vollhefelager, manchmal 18 Monate. Allen Skeptikern der Biodynamie empfiehlt sich eine solche Verkostung.  Der Geschmack und das Erleben der Weine von Frank John erklärt auf ganz simple Weise mehr als 1000 Worte und erübrigt noch mehr Diskussionen. Und wenn jetzt jemand sagt, wir wüssten ja nicht, wie diese Weine im konventionellen Stil geworden wären, kann man zumindest feststellen, dass die Biodynamie ganz offensichtlich nicht geschadet hat. Natürlich ist auch hier das Grundcredo absolut g.e.s.u.n.d.e.s. Lesegut, aber auch der größte Zweifler wird nicht umhinkommen zu vermuten, dass es das komplette Paket der (Nicht-)Maßnahmen ausmacht, das zur Langlebigkeit dieser Weine führt.

BSA bei Rieslingen ist im allgemeinen ein Tabu bei vielen Weinmachern. So konsequent habe ich es bisher das erste Mal von Jungwinzer Marius Meyer in Rhodt gehört, als wir bei den Weinbautagen der Südlichen waren und da war ich schon überrascht. Von Frank John, der darauf schwört, haben wir nun auch die Erklärung dazu bekommen: die Weinsäure – mit rund 60% der größte Anteil der Säure des Weins – bleibt bei der BSA bestehen, es wird nur die Äpfelsäure zur Milchsäure vergoren. Es bleibt damit genügend Säure im Wein, wobei ‘zu spitze’ oder dominante Säure vermieden werden kann.

Interessant zu beobachten war (wieder einmal), wie sich die Weine im Glas (also mit Luft) veränderten. Das ging beim 2008er z.B. von Stall und nassen Wollsocken bis hin zum Karamell. Der Alkoholgehalt bewegt sich bei allen Weinen zwischen 12,1-12,7 vol%. Säure und RZ schwanken deutlich. Frank John erklärt das damit, dass die Gärung immer von selbst stoppt, bei einem gewissen Alkoholanteil, und er beeinflusst das Resultat nicht. Eine besondere Entdeckung für mich persönlich war, dass ich nicht auf die z.T. höheren RZ – Werte reagierte, insbesondere bei den Weinen, wo die Säure sogar unter dem RZ lag. Es spielte keine Rolle, sondern es waren tatsächlich immer die Gesamteindrücke der Weine, die mich beschäftigten. Das lässt sich nur auf die Komplexität zurückführen. Das Bild passte einfach jedes Mal. Es war kein Wein dabei, der mir nicht geschmeckt hätte. Es ging vielmehr um Nuancen, welcher Wein noch besser war…

Auf der Probenliste wurden die Witterungsbedingungen und sonstige Einflüsse der Jahrgänge aufgezeigt, aber die spiegeln sich nicht unbedingt in jedem Jahrgang wider. Daran erkennt man wohl die Arbeit im Weinberg? Signifikant z.B. 2010, das Jahr des Vulkanausbruchs in Island. Weniger Licht und Sonne – sofort wurden die Reben geschnitten, Trauben geopfert. Grundsätzlich auch immer den Fokus auf der physiologischen Reife, nicht nur der Zuckerreife. Die Kerne müssen bei 85 °Ö schon dunkel sein. Es reicht nicht, hohe Öchslegrade zu haben und dazu noch grüne Kerne.

Frank John Vertikale

Frank John Vertikale

Man kann den Weinen nicht gerecht werden, in dem man sie auf Worte reduziert. Als Versuch, hier ein kurzer Überblick mit den für mich vielleicht wesentlichen Merkmalen/Unterschieden:

2013: sehr jung, straff, fordernd. Apfel, Pfirsich, Stroh. Vielschichtig, aber nicht richtig rund. Kaufen, hinlegen und beobachten – jetzt, wo man erlebt hat, wie die Weine sich entwickeln, ist das ein spannender Versuch.

2012: voluminöser als 2013, reifer Pfirsich. Der trockenste von allen. Darf auch noch warten. Kometenjahr. Frank John stellt die Frage in den Raum, wie feinstaubliche Effekte und elektrische Ströme auch den Weinbau in diesem Jahr beeinflusst haben mögen.

2011: war im Vergleich zu 13 und 12 schon sehr harmonisch. 60% der Triebe verloren bei Frost im Mai. Übrigens seit 100 Jahren auch das erste Mal Frost im Forster Kirchenstück, dem wohl am meisten geschützten Weinberg…

2010: sehr mineralisch. Island Vulkan, kalter, Sonnenschein armer Sommer.

2009: gewisse ölige Dichte des Weines, intensiveres gold-gelb als die bisherigen. Favorit bei einigen von uns.

2008: für mich erst nasse Wollsocken, später wunderbares Karamell. Ein Jahrgang mit sehr hohen Fruchtsäuren, hier wurde die Reifung auf der Hefe auf 18 Monate ausgedehnt.

2007: Ein laut Frank John unspektakulärer Verlauf des Jahres mit einer Rekordvegetationslänge.

2006: viel Grapefruit im Nachhall. Stichwort des Jahrgangs: Essig. Kompletter Verlust der Spätburgundertrauben. In den Weinbergen roch es überall nach Essig. Es waren in 1 Nacht 100 l Regen auf den qm gefallen.

2005: Tabak, Akazie in der Nase. Filigraner Wein.

2004 Riesling Buntsandstein Frank John

2004 Riesling Buntsandstein Frank John

2004: Honig, reife Honigmelone, Aprikose, Karamell, schwarze Walnuss, ölig. Mein Favorit.

2003: keine Notizen… War zu beschäftigt mit der Tatsache, dass auch dieser Jahrhundersommer-Wein noch so lebendig wirkte. Frank John erzählt von den Temperaturen in Nähe des Bodens: 61°C auf unbepflanzten, 39°C bei begrünten Flächen…….

Frank John, rechts, mit uns Weinfreunden. Selfie à la Christian Schiller.

Frank John, rechts, mit uns Weinfreunden. Selfie à la Christian Schiller.

Ein wunderbarer Abend ging zu Ende, wie schön dabei gewesen zu sein. Denn es wird ein paar Jahre dauern, bis die nächsten 10 Jahre verkostet werden können. Viele Eindrücke wurden gewonnen, auch die Tatsache, dass hier die komplette Familie wortwörtlich mit anpackt, ist bemerkenswert. Der Sohn Sebastian, gerade im Studium, ist bereits jetzt dermaßen involviert – und das nicht seit gestern. Er hat eigenhändig als Junge Wände verputzt und sonstigen handwerklichen Einsatz geleistet, den man nicht unbedingt von Kindern und Teenagern erwartet. Hier wurden Weichen früh gelegt, da bin ich mir sicher. Merkt euch schon mal den Namen: Sebastian John.

Ich wünsche mir einen Abend mit der Familie John, wo man nur beisammensitzt und Wein trinkt und plaudert. Denn was dieser Mann zu berichten hat, ist für jeden Weinfreund besser als jedes Buch. Aber ich bin realistisch genug, einzusehen, dass er bereits genügend über Weinbau redet, schließlich betreut er 150 Weingüter. Wenn er dann von gefahrenen 100.000 km pro Jahr endlich hier daheim in Königsbach ist, wartet er sicherlich nicht auf das Weingepräch mit Nachbarn…. :)

Herzlichen Dank für diese Pfalzweinprobe der ganz besonderen Art!

www.johnwein.de

Hier war Frank John bei Hendrik Thoma und Wein am Limit zu Gast.

 

 

 

 

 


Hinterlasse einen Kommentar

2010 Heiligenberg Spätburgunder, Stachel

2010 Heiligenberg Spätburgunder Stachel

2010 Heiligenberg Spätburgunder Stachel

Ein schöner Spätburgunder mit einer guten Balance zwischen Frucht, Holz, Säure und Alkohol. In der Nase feine Kirscharomen, Holzwürze, leichte Erdigkeit und zarte Pfeffertöne. Am Gaumen setzt sich die Fruchtigkeit fort, begleitet von angenehmer Holzwürze. Feine Säure und sanfte Tannine geben ihm eine gute Struktur. Mittlerer Körper und ein dazu passendes Finish, so empfinde ich diesen Wein.

Eigentlich fast noch zu jung, denn laut Weinfreund Matthias Krieger, der die Weine vom Weingut Stachel schon lange verfolgt, dürfte er ruhig noch ein paar Jahre liegen. Aber Ungeduldige dürfen den ruhig schon trinken, er schmeckt auch jetzt schon.

18 € ab Weingut.

Ich liebe Weine, die im Holz gereift sind. Und man darf das Holz auch ruhig schmecken! Wenn es jedoch dominiert und den Wein erschlägt, dann nicht. Hier ist die Symbiose für meinen Geschmack gut gelungen. Laut Matthias Stachel lag dieser Spätburgunder 16 Monate im Barrique, davon 2/3 neu und der Rest aus Zweit- und Drittbelegung.

Heiligenberg ist die Lage in Maikammer, die insgesamt rund 140 ha umfasst.

 

Hier der Beitrag von unserem Besuch im Weingut Stachel.

 

 


Hinterlasse einen Kommentar

Gerollt und geschwenkt – Sushi und Wein

Sushi1_sm

Foto © Stephan Nied

Sushi2_sm

Foto © Stephan Nied

Sushi3_sm

Foto © Stephan Nied

Sushi-Häppchen in edlen Bars und Gourmettempeln zu essen, ist in Deutschland ziemlich angesagt. Aber was trinkt man dazu? Zu einem traditionellen Sushi oder Sashimi trinkt man als Japaner prinzipiell grünen Tee. Der Japanische Grüntee hat eine grasig-frische Note, der Tee ist sehr genießbar und eignet sich deshalb hervorragend zu einem Maku Sushi oder einem Nigiri Sushi.

Beim Alkohol ist die Auswahl nicht leicht – die unterschiedlichen Geschmacksnoten rauben einander schnell den Charme. Zu Sushi einen passenden Wein zu finden, ist nicht ganz einfach. Dabei ist nicht unbedingt der Fisch und der leicht gesäuerte Reis die kniffeligen Partner, vielmehr sind es die zu den Sushis gereichte Sojasoße und der Wasabi. Bei der Salzigkeit der Soße und der scharfen Würze des japanischen Meerrettichs ziehen die meisten Tropfen im Glas den Kürzeren.

Bei einer Japanreise lernte ich, dass es Japanern fremd ist, Sushi oder Sashimi in reichlich Sojasoße zu tunken. Mein japanischer Kollege empfahl mir deshalb nur wenig Sojasoße zu benutzen. Wegen der knackigen Schärfe des Wasabis, sollte man auch diesen sparsam verwenden. Er kann schnell einen Wein entstellen und den vollen Genuss schmälern. Kombiniert mit der salzigen Sojasoße passt häufig ein leichter Weißburgunder oder ein halbtrockener Riesling dazu. Ein gehaltvoller cremiger Weißwein passt auch gut zum dunklen Thunfisch. Als feinherber Wein ist der Riesling ein Essensallrounder und passt sich dem Essigreis als auch den verschiedenen Fischsorten sehr gut an, er wirkt harmonisch auf Zunge und Gaumen. Auch ein Glas Sekt oder Champagner überstehen Sojasoße und Wasabi. Der Japaner hat einen einfachen Tipp, die Salzigkeit der Sojasoße abzumildern: „Einfach im Dip-Schälchen die Sojasauce mit ein wenig Wein vermischen.“

Aber Grau ist alle Theorie. Daher galt es bei der Sushi- Küchenparty der Neustadter Weinfreunde in Dominik Grünwedels Restaurant in Diedesfeld, den Praxisversuch anzutreten. Fünfzehn Weinfreunde trafen sich, um unter der Anleitung von Dominik und der fachkundigen Unterstützung schon Sushi erfahrener Weinfreundinnen, verschiedene Nigiri, Maki, Inside Out Maki auch California Rolls genannt, Tempura Futo Maki oder auch mit Thunfisch Tatar gefüllte Makis herzustellen. Am Ende der Küchenschlacht stand eine perfekte und gelungen präsentierte Auswahl an verschiedenen Sushi Tellern.

Dominik Grünwedel. Foto © Stephan Nied

Dominik Grünwedel. Foto © Stephan Nied

Zur Verkostung mit den selbstgemachten Sushis standen verschiedene Weißweine bereit, die freundlicherweise von Sabine Ohler-Jost sowie Steffi und Gaby Weegmüller spendiert wurden. Darunter waren trockene Rieslinge Kabinett, feinherbe Rieslinge, eine fruchtsüße Rieslaner Spätlese und auch ein fruchtsüßer Riesling von der Mosel. Des Weiteren ein trockenes Cuvee aus Scheurebe, Grau- und Weissburgunder, sowie auch ein Chardonnay aus dem Barrique.

Sushi & Wein. Foto © Stephan Nied

Sushi & Wein. Foto © Stephan Nied

Insgesamt muss ich für mich sagen, dass der trockene Riesling sich schwer tut mit dem rohen Fisch und beides sich nicht harmonisch verbindet. Ein feinherber Riesling Kabinett passt da schon besser. Die fruchtsüßen Weine passen auch gut, hier fand ich aber die Süße zu sehr im Vordergrund stehend. Das Cuvee harmonierte sehr universell mit den Sushis und ließ sowohl dem Wein als auch dem Sushi Raum zur Entfaltung. Die große Überraschung war der Chardonnay trocken JFO – Barriqueausbau. Seine Aromen nach tropischen Früchten passen sehr gut zu den California Rolls mit Avocado und sein Schmelz verträgt sich perfekt mit dem Thunfisch und Lachs der Nigiris. Die Komplexität des Weines lässt ihn in auch in Kombination mit den sehr vielschichtigen Aromen des Thunfischtatars bestehen. Die perfekte Harmonie an diesem Abend war allerdings die Kombination mit den frittierten Tempura Futo Maki. Die schönen nussigen Röstaromen des Weines gehen hier eine gelungen Symbiose mit der zart knusprigen Hülle der Futo Maki ein.

Ein endgültiges Fazit zu ziehen welcher Wein am besten zu Sushi passt ist relativ schwierig, da hier auch wieder der persönliche Geschmack eine wichtige Rolle spielt.

Wer in Facebook ist, kann sich hier die vielen schönen Fotos zum Abend ansehen.

Und wer an Kochkursen im Restaurant Grünwedel interessiert ist, klickt hier. 


Hinterlasse einen Kommentar

Matrundan Österlen auf dem Weihnachtsmarkt in Neustadt/Weinstrasse

Diese Diashow benötigt JavaScript.

“Wir kommen aus Wallander-Land”. Ingalill Thorsell, http://www.drakamollan.se

Unter dem Begriff Matrundan i Österlen präsentieren sich 25 Familienbetriebe aus dem Süden Schwedens. Sie sind in der Region Österlen zu finden und sind Lebensmittel-Handwerker im engen und im weiteren Sinne. Ystad, Kurt Wallanders Stadt, ist quasi das Tor zu Österlen. Von der Käserei mit glücklichen, freilaufenden Ziegen, bis zur Apfelmosterei, direkt am Meer gelegen, gibt es hier einiges an kulinarischen Highlights zu entdecken. Es finden sich auch immer wieder Aussteiger, IT-Leute z.B., die Stockholm und die Hektik hinter sich lassen, und sich hier den Traum vom eigenen Hofgut erfüllen. Lokal produziert ist in Skåne schon seit Jahren ein wichtiges Thema, das erfolgreich vermarktet wird.

Nun gelang es uns, diese Organisation nach Neustadt in die #Pfalz zu locken, um ihre feinen Waren sowohl bei der “Vernissage des Guten Geschmacks” im Casimirianum, als auch auf dem Kunigundenmarkt im Rathausinnenhof anzubieten. Als Repräsentanten kamen Carl-Otto Ottergren vom Weingut Köpingsberg und Ingalill Thorsell vom Landhotel Drakamöllan.

© Drakamöllan

© Drakamöllan

In diesem Hotel haben wir selbst schon übernachtet und auch Feste gefeiert. Eine Küche und Atmosphäre, die man unbedingt einmal erlebt haben sollte. Die Lage inmitten eines Naturschutzgebietes ist unbezahlbar und wer Ruhe sucht, wird sie hier finden. In Zusammenarbeit mit der Königlichen Oper von Kopenhagen organisiert Ingalill Opern hier vor Ort. Einmal waren wir dabei, saßen in der warmen (nun gut, mit der Decke über den Beinen…) Sommernacht draußen auf der Wiese, hörten der Musik aus großen Lautsprechern zu und sahen dabei den Mond langsam aufgehen. Fast zu kitschig um zu beschreiben. Einer der Momente, die man nicht vergisst…

© Köpingsberg

© Köpingsberg

Carl-Otto hat dieses Jahr seinen ersten komplett schwedischen Sekt (also kein Traubenzukauf) verkauft. 800 Flaschen in 3 Minuten – oder so. Ca. 50 € die Flasche. 4 Jahre auf der Hefe in der Flasche, wurde er nach traditioneller Methode hergestellt.  Das Weingut darf nichts direkt verkaufen, sondern alles muss über den Monopolisten Systembolaget gehen und so gab es den Sekt in 3 Filialen in der Nähe zu kaufen. Als Gag stellte er sich morgens im Smoking und mit einem Tablett mit Gläsern (gefüllt mit Apfelsaft, denn Alkohol auf freier Strasse ist in Schweden nicht erlaubt) vor den Laden. So etwas erregt Aufsehen in Schweden… Oben im Bild sieht man übrigens die Warteschlange, alle wollten ja den Schaumwein haben, bevor er ausverkauft war. Zu meinem Leidwesen habe ich den Sekt nie probiert, denn er hat keine einzige Flasche mehr. Nun ja, vielleicht nächstes Jahr, da kommt der 2011er auf den Markt. Nach Neustadt hatte er einige Flaschen seines Essigs, Schwedens erstem Weinessig, gebracht.

Beide verkauften in Neustadt aber überwiegend die Produkte der anderen Partner, alleine dafür sollten sie großes Lob erhalten! Alles, um vielleicht zukünftig einen gegenseitigen Austausch von Touristen aufbauen zu können. Denn das ist ja das erklärte Ziel der TKS in Neustadt, das mit Hilfe der internationalen Aussteller des Weihnachtsmarktes erreicht werden soll. Während von allen anderen Partnerregionen wie Roero, Binissalem, Niederlande, etc., offizielle Vertreter am Platz waren, starteten die Schweden zunächst eine rein private Initiative. Nun bleibt zu hoffen, dass sie nach ihrer Auswertung so positive Schlüsse ziehen werden, dass die zuständigen Tourismusvertreter der Region eingebunden werden können.

© allé

© allé

Den zahlreichen Besuchern des Kunigundenmarkts hat es offensichtlich viel Spaß gemacht, warmen Apfelwein zu probieren und dazu Pfefferkuchen mit Ziegenkäse. Oder den Gravad lax (Marinierter Lachs) mit köstlicher Dill-Senf Sauce. Der Lachs wurde nach hauseigenem Rezept von Eva Thuresson gebeizt, die mit ihrem Restaurant www.alle.se eine Perle geschaffen hat, wo vom Firmenevent bis zur Hochzeit alles geboten ist. 

Auch Rapsöl, Senf, Knäckebrot u.m. wurden gerne verkostet. Am Ende war alles verkauft und als die Heimreise angetreten wurde, war man zufrieden. Unsere Freunde waren jedenfalls auch definitiv überrascht zu sehen, wie viele Besucher kamen. Besucherströme an 3 Tagen von 11-21:00 Uhr – das kennt man so in den ländlichen Gebieten von Schweden nicht, wenn es um Weihnachtsmärkte geht.

Ein großes Lob muss hier auch an das gesamte Team der TKS ausgesprochen werden. Die Idee des Marktes, die Nachbarn aus Europa nach Neustadt zu bringen, hat ein gewisses Flair. Auch Ausführung und Dekoration sind gelungen, da wird richtig zugepackt. Es ist immer eine helfende Hand da, wenn es irgendwo mal an etwas fehlt.

Rathausinnenhof Kunigundenmarkt Neustadt © neustadt.eu

Rathausinnenhof Kunigundenmarkt Neustadt © neustadt.eu

Wenn auch unsere Schweden an den kommenden 3 Wochenenden nicht mehr dabei sein werden, sagen wir hier: Bitte besucht den Kunigundenmarkt! Unterstützt die Veranstalter und Aussteller, die sich soviel Mühe machen. Unserer Stadt tut es gut!

Weihnachten in Neustadt. Weitere Infos: www.neustadt.eu/Wein-Tourismus/Weihnachten-in-Neustadt

Matrundan Österlen: www.matrundan.se 

Läs här på svenska om hur Ingalill och Carl-Otto upplevde julmarknaden i #Pfalz.

 


2 Kommentare

Maishähnchen und 2013 Chardonnay JFO

So einfach. So gut. Das hier ist ein Blogeintrag wert…

Ich liebe ‘alles-in-einer-Pfanne’-Gerichte. Wie z.B. Hähnchen, egal ob ganz oder zerlegt in Teilen, zusammen mit Gemüse und Kartoffeln auf dem Backblech gegart. Selbst größte Kartoffelmuffel können nicht dem Geschmack jener Knollen widerstehen, die im Hähnchenfett gebraten wurden… Mir läuft grad schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Wenn dann auch noch das Fleisch von bester Qualität ist und vom Maishähnchen, dann wird es ganz wunderbar. Zart, aromatisch. Und immer noch einfach. Alles auf einmal aufs Blech geben und bei 200 °C in ca 30-40 Minuten garen. Das Fleisch mit Olivenöl bestreichen, Salz und Pfeffer drüber und sonst gar nichts. (Jedenfalls bitte kein fertiges Hähnchengewürz.) Das Gemüse auch mit ein wenig Olivenöl benetzen und würzen. Auf Wunsch einige Zehen Knoblauch in der Schale dazugeben und die dann später auskratzen… Ich hatte auch ein paar kleine Zweige Rosmarin mit gegart.

Maishähnchen und Gemüse vom Backblech

Maishähnchen und Gemüse vom Backblech

Dazu gab es einen Chardonnay aus dem Barrique: 2013 Chardonnay JFO vom Weingut Ohler in Gimmeldingen (13 €). Wir fanden die Kombination richtig klasse. Der trockene, körperreiche Wein hat mit seinen tropischen Fruchtnoten, der gebräunten Butter und den Vanilletönen samt leichten Röstaromen einfach gepasst. Empfehlenswert.

2013 Chardonnay JFO trocken, Weingut Johann F. Ohler

2013 Chardonnay JFO trocken, Weingut Johann F. Ohler

Maishähnchen habe ich in Schweden oft gekauft, hier jedoch noch nicht so oft gesehen. Nun hat sich durch Weinfreund Matthias Krieger eine Quelle aufgetan und die ersten Testessen waren so gut, dass ich sie gerne weiterempfehlen will: Geflügelfarm Hofen / Stadel in Knittelsheim, Ottostrasse 38a.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.