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Son Prim, Mallorca

New vines @ Son Prim, Mallorca © Lars O Larsson

Junge Rebstöcke, schöne Aussicht @ Son Prim, Mallorca © Lars O Larsson

Ein paar Tage Mallorca. Mandelblüte und einfach kurz entspannen. Ein Weingutsbesuch war zeitlich machbar und mit den Kindern vereinbar. Welches wollte ich sehen? Von Mallorca-Kennern bekam ich über Facebook und Twitter gute Tipps, die leicht eine Woche hätten füllen können. 1 Weingut, so war der Deal.

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Stillleben @ Son Prim

Entschieden habe ich mich für ein kleineres Gut, zu dem mein ‚Twitterfreund‘ @enoMallorca eingeladen hat.

Bei Sencelles, unweit von Inca und Binissalem, liegt die in 2004 fertiggebaute Weinhalle inmitten der eigenen Weinberge. Call vermell, die rote Tonerde, gemischt mit Sandstein und Geröll, ist rund um uns herum zu sehen. 6 Hektar Weinberge besitzen Jaume Llabrés Senior und Junior.

Jaume Junior war bei unserem spontanen Besuch leider nicht da, aber Vater und Großvater begrüßten uns umso herzlicher. Jaume zeigte und erklärte uns alles, was wir wissen wollten. Und zog die Proben…

Großvater @ Son Prim

Großvater @ Son Prim

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Jaume Llabrés lässt weissen Merlot ins Glas

Dass schon sein Großvater Wein gemacht hat, wie auch sein Vater, er und nun der Sohn. Früher jedoch wurde der Wein nur für den eigenen Gebrauch und für Freunde gemacht. Gut sei er aber schon immer gewesen, also könnte man ihn auch zum Verkauf ausbauen. Jaume, der bis dahin sein Geld mit Antiquitäten verdiente und auch immer darauf achtete, dass noch Zeit zum Leben blieb (hach ja, die südländische Mentalität…), investierte nun in Land, neue Reben und Hallenbau. Komplett.

Edelstahltanks mit bis zu 12.000 Liter Fassungsvermögen stehen aneinander gereiht und die Barriques sind auch nicht von banaler Herkunft.

Barriques @ Son Prim © Lars O Larsson

Barriques @ Son Prim © Lars O Larsson

Das Fassungsvermögen der Tanks alleine weist darauf hin, dass hier mehr Trauben als von den eigenen 6 Hektar einfließen. Tatsächlich bewirtschaftet man noch zusätzlich fast die gleiche Hektarzahl an Weinreben eines befreundeten Winzers.

16 jährige Reben @ Son Prim © Lars O Larsson

16 jährige Reben @ Son Prim © Lars O Larsson

Der einzige Weisswein ist ein Blanc de Merlot, grüne Trauben gibt es bei Son Prim keine. Eine clevere Idee, ausgefallen und gleichzeitig das Portfolio ergänzend.

Ca fast die Hälfte der Reben machen jeweils Merlot und Cabernet Sauvignon aus, Syrah und die lokale Traube Manto Negro gibt es zu geringen Anteilen.

D.O. Binissalem war das erste offiziell anerkannte spanische Anbaugebiet außerhalb des Festlandes und sieht vor, dass Rotweine mindestens 50% an Manto Negro beinhalten. Schon deshalb passen die Weine von Son Prim nicht in die Regulierung und werden als ‚Vi de la terra Mallorca‘ deklariert. Landwein, wenn man so will. Was jedoch auch hier über die Qualität selbst nichts aussagt, sondern eher auf Individualität hinweist, die sich der strengen Regulierung entzieht.

Auch reifen die Weine nicht strikt nach spanischer Crianza, Reserva und Gran Reserva Struktur, sondern einfach so lange, wie eben benötigt. Wie wir erfahren, liegen sie meistens 1 Jahr, von März bis März, wenn der nächste Jahrgang folgt, in neuen und auch vorbelegten französischen Eichenfässern, manche davon getoastet nach amerikanischer Art.

Son Prim Portfolio © Lars O Larsson

Son Prim Portfolio © Lars O Larsson

Mir schmecken besonders der Cabernet Sauvignon und der Cup, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Manto Negro.

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2010 Son Prim Cup, 2010 Son Prim Cabernet

Beide Weine haben eine gute Struktur mit balancierter Säure, ausgeprägten, aber doch angenehmen Tanninen und warmer Frucht. Beide haben mittlere Körper, wobei Cup etwas fülliger wirkt und facettenreicher. Alkohol von 14,5% ist bei Rotweinen dieser Art nicht ungewöhnlich und sticht auch nicht unangenehm hervor, merken tut man ihn aber schon. Der Nachhall ist ordentlich, beim Cup länger.

Cabernet Sauvignon: Dunkle Beeren, Anklänge von grüner Paprika, Vanille, Holz. Cup: Rote und dunkle Beeren, Cigarrenkiste, Lakritz, Schokolade.

Beide können mit Lagerung gewinnen, meiner Meinung nach sind sie in diesem Stadium noch zu jung und etwas kantig, aber durchaus schon trinkbar. 😉

Alle Weine kosten ab Weingut um die 11 €, sehr guter Preis…

Wir legen uns die jetzt beide zusammen mit dem Syrah und Merlot in die neuen Weinregale und probieren in einem Jahr wieder.

Uebrigens steht Prim für den Spitznamen Jaumes, der als junger Mann sehr schmal gewesen sein soll und deshalb so genannt wurde. Heute sei sein Sohn der Schmale, leider habe ich nur mit ihm telefoniert, aber vielleicht sehen wir ihn irgendwann einmal…

www.sonprim.com

In Deutschland kann man die Weine u.a. hier beziehen: Der Mallorquiner

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