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Mandelblütenwanderung Deidesheim

Für 9 € / Person haben wir gestern zu zweit an einer offenen Weinbergsführung in Deidesheim teilgenommen. Thema war die Mandelblüte. Niemand konnte zum Zeitpunkt der Terminfindung wissen, dass diese sich dieses Jahr ziert…

Essbare Mandelblüten. © Foto Lars O Larsson

Essbare Mandelblüten. © Foto Lars O Larsson

Die einzigen Mandelblüten dieser Tour waren gebacken. Sie sind von Bäckerei Hofmann und bestehen aus knusprigem Mandelmürbteig mit luftiger zartrosa Baiser-Masse. Der schwarze Untergrund ist tatsächlich mein Handschuh. Anstelle von frühlingshaften Temperaturen, herrlichem Sonnenschein und strahlenden Mandelblüten längs des Weges, waren es rund 6 ° C mit kkkkaltem Wind, die herrschten. Zum Glück wurden mehrere Tüten der feinen Baiser-Blüten von den freundlichen Tourguides verteilt:

Mandelblüten aus der Tüte. © Foto Lars O Larsson

Mandelblüten aus der Tüte. © Foto Lars O Larsson

Treffpunkt war 14:00 in Deidesheim am historischen Stadthaus, von hier liefen wir gemütlich los, durch den Ort hinaus in die Weinberge. Es dauerte knapp 3 Stunden und zum Abnehmen war die Runde ja auch nicht gedacht:

Tour der Mandelblütenführung

Tour der Mandelblütenführung, ca 5km

Ein bisschen länger als auf dem Foto war sie schon, aber da ich am Anfang zu spät einschaltete und am Ende die Batterie ausging, haben wir leider kein vollständiges Bild der Runde. 😉

Leider waren die Bäume kahl, aber man hatte an Alles gedacht und die liebe Führerin hatte ein schönes Foto von herrlichen Mandelblüten in der Tasche, das sie gelegentlich zückte, um unserer Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen. Man muss sich nur zu helfen wissen. Egal: interessant war es allemal und schöne Aussichten boten sich mehrfach, selbst diverse andere Blüten waren zu entdecken:

Blüten in den Weinbergen. © Foto Lars O Larsson

Blüten in den Weinbergen. © Foto Lars O Larsson

Von Elke Metzger, der Fachfrau, erfahren wir, dass Mandeln zu den Steinobstgewächsen gehören. Die Mandelarten der Pfalz sind selbstbefruchtend. Die Wildform, die rosa blühende Bittermandel (Prunus dulcis var. amara), wird bei rohem Verzehr giftig, da sich dabei aus dem enthaltenen Stoff Amygdalin Blausäure bildet. Zur Weiterverarbeitung jedoch, wie z.B. in Marzipan, kann sie verwendet werden.

Bittermandel. Foto © Lars O Larsson

Bittermandel. Foto © Lars O Larsson

Die Süss- oder Steinmandeln (Prunus dulcis var. dulcis) blühen weiss und können verzehrt werden, da sie nur ganz geringe Anteile des Stoffes Amygdalin haben. Eine bekannte Sorte ist u.a. die Ferragnes.

Süssmandel. Foto © Lars O Larsson

Süssmandel. Foto © Lars O Larsson

Nun will man in der Pfalz jedoch Mandeln haben, die sowohl herrlich rosa blühen, als auch essbar sind und daraus entstand z.B. die Krachmandel (Prunus dulcis var. fragilis) Palatina.

Krachmandel. © Foto Lars O Larsson

Krachmandel. © Foto Lars O Larsson

Natürlich gibt es unterwegs auch ein Glas Riesling, das darf niemals fehlen. Wein- und Außentemperatur waren fast identisch aufeinander abgestimmt. Hier, von Sandsteinmauern geschützt, ließ es sich gut aushalten. Diese Mauern wurden übrigens im Projekt SAMBA erneuert, was nichts mit dem Tanz zu tun, sondern einen ganz anderen Hintergrund hat: Die Information dazu findet sich hier.

Riesling Paradiesgarten für Alle. © Foto Lars O Larsson

Riesling Paradiesgarten für alle. © Foto Lars O Larsson

Unser Weinbergsführer. © Foto Lars O Larsson

Unser Weinbergsführer Herr Peter Heitel. © Foto Lars O Larsson

Wir wandern am Mandelpfad durch die Weinlage Paradiesgarten und kommen vorbei an der Eva, die ich auch häufig auf meinen Nordic Walking Touren (bei denen wir aber fast die doppelten KM in einer guten Stunde zurücklegen) von der anderen Richtung her kommend, begrüße.

Eva im Paradiesgarten Deidesheim. © Foto Lars O Larsson

Eva im Paradiesgarten Deidesheim. © Foto Lars O Larsson

Nur Frauen sind so abgehärtet… Dass die Statue dereinst im Park des Weingutes Dr. Deinhard (heute Von Winning) stand und von dort in den Weinberg umgezogen wurde, wusste ich bereits. Neu für mich war die Erzählung des Guides, dass sich der Präfekt vehement dagegen gewehrt hatte. Es war in den 60er Jahren und an nackte Haut in der Öffentlichkeit war (noch) nicht zu denken. Als Kompromiss nach langem Streit einigte man sich auf Metallverzierungen, mit denen sich brisante Körperteile abdecken ließen. Jedoch hatte der Herr ein Einsehen: Wind, Wetter und Temperaturen verhalfen dazu, dass Eva die Hüllen bald wieder fallen lassen konnte. Seither ist sie in ihrer vollen Pracht hier zu bewundern.

Und ich will jetzt nur endlich die echte Mandelblütenpracht erleben!

Mandelblueten-Pfalz-Info

Zum Flyer mit einer Übersichtskarte des Mandelpfads und weiteren Infos.

PS: Und leider habe ich da etwas verwechselt, wie mich Frau Metzger gerade freundlich korrigiert:

Liebe Frau Larsson,

vielen Dank für die nette Berichterstattung zu unserer vorgestrigen Wanderung! Mir ist es daher ein großes Anliegen noch eine Kleinigkeit richtig zu stellen: es sind bei uns die Feigen, die selbstfruchtend sind. Mandeln sind abhängig von Fremdbestäubung. 
Mir hat die Wanderung mit Ihnen auch viel Freude gemacht. Hätten sich denn Ihre Kinder rückblickend gelangweilt?
Viele Grüße Elke Metzger

2 replies »

  1. Da freuen sich aber unsere Gästeführer – tolle Berichterstattung zu unserer Mandelblütenwanderung in Deidesheim!
    Und die Mandelblüte kommt jetzt ganz bestimmt am Wochenende zum Vorschein 🙂
    Und damit ihr den Weg nochmal findet: Schaut einfach bei uns in den Tourenplaner: http://www.deutsche-weinstrasse.de/

    Gefällt mir

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