weinallgemein

#pfalz14. Tag 2: Christmann

Tag 2 der Bloggerreise begann um 9:00 Uhr im Weingut A. Christmann in Gimmeldingen. Mit dem Termin, der so unmittelbar vor Ostern lag, hatten wir Glück, dass, wie alle anderen Beteiligten auch, Steffen Christmann zur Verfügung stand und sich die Zeit genommen hat, uns das Weingut zu zeigen und zur Verkostung einzuladen.

Christmann Weine gibt es schon seit Jahren in Schweden. Der Gutsriesling gehört beim Monopolisten zum Standardprogramm und ist laut Steffen Christmann der Originalwein, wie er hier ab Hof verkauft wird und keine eigens für den nordischen Markt angepasste Variante. Er ist in vielen (allen?) Filialen im ganzen Land gelistet. Durch die spezielle Alkoholpolitik und den Monopolisten Systembolaget ist das alles sehr transparent und man kann leicht per Internet abrufen, ob die eigene Filiale vor Ort den Wein noch zur Verfügung hat oder ob man ggf. in den Nachbarort fahren muss. Das sieht dann so aus, inkl. Weinbeschreibung:

Christmann 2012 Riesling trocken bei Systembolaget

Christmann 2012 Riesling trocken bei Systembolaget in Schweden

Man kann auch die Spitzenweine des Weingutes per Bestellung erhalten und in der gehobenen Gastronomie sind sie sowieso schon lange im Norden angekommen. Daher war es natürlich für unsere #winelovers von großem Interesse, das Weingut und die Person dahinter kennen zu lernen. Trifft man Steffen Christmann, erfährt man gleichzeitig viel allgemeines über den deutschen Wein, was sicherlich auch mit seiner Funktion als VDP Präsident zusammenhängt. 😉 Vielleicht schreibt er ja später einmal ein Buch über die Welt des Weines, wie er sie sieht? Für uns verging die knappe Zeit jedenfalls viel zu schnell und man hätte noch vieles hören und natürlich noch mehr probieren wollen.

2007 Mandelgarten GG, Christmann

2007 Mandelgarten GG, Christmann

Denn, alles was ins Glas kam, war das pure Vergnügen. Bei den jungen Weinen angefangen, bekamen wir bis zum 2007er Mandelgarten GG viele edle Tropfen zu kosten. Dieser wunderbar intensive, gereifte, wohl balancierte, fruchtig-mineralische, füllige und gleichzeitig frisch wirkende Wein sorgte für Verzückung (- morgens um 10 in der Pfalz….)! Ein wirklich gutes Beispiel, wie Spitzenweine sich entwickeln und warum es dem Weinkenner soviel Freude macht, sich solche Weine zur Reifung ins Regal zu legen. Ab und zu sollte man sich das ruhig und wirklich gönnen, auch als ’normaler Weintrinker‘. Für mich ist es ein schlimmer Gedanke, mir von Tausenden von Weinflaschen im Keller zusätzlichen ‚Termindruck‘ in einem eh schon stressigen Leben zu schaffen. Und ich – wir – leben im allgemeinen nach dem Motto ‚weniger ist mehr‘, aber es gibt ein paar wenige Weine, die mittlerweile bei uns reifen.

Bei Christmanns im Keller erfuhren wir einiges darüber, wie eben solche stabile, langlebige Weine geschaffen werden. Spontangärung, längere Zeit auf der Hefe, Ausbau bzw. Reifung im Holzfass – einige der Instrumente, denen sich der biodynamisch arbeitende Betrieb (von wegen Bio schmeckt nicht!) bedient und die zu weltweit anerkannten Spitzengewächsen führen. Und natürlich dürfen wir nicht den Wuchsplatz vergessen. Beste Lagen mit besten Voraussetzungen, was Ausrichtung, Neigung, Untergrund sowie obere Bodenschichten und das Mikroklima angeht. So liegen die Parzellen des Mandelgarten GG im ursprünglichen Gebiet der Meerspinne, die früher nur 7 ha umfasste. Heute ist die Gimmeldinger Meerspinne der Name einer Großlage, die 860 ha umfasst. Kalk, Buntsandsteingeröll und Löss machen im Mandelgarten die Bodenstruktur aus. Nächtliche Abkühlung, die vom westlich angrenzenden Wald her kommt, sorgt für eine langsame Reife der Trauben, was sich positiv in der Frucht und Intensität auswirkt.

Steffen Christmann erklärte uns die verschiedenen Lagen sowohl auf der Karte, als auch vor Ort und mit einem Besuch im Idig, der weltberühmten Königsbacher Lage, schlossen wir das Treffen ab.

Steffen Christmann erklärt die Ersten und Großen Lagen Gimmeldingens und Königbachs

Steffen Christmann erklärt die Ersten und Großen Lagen Gimmeldingens und Königbachs

Steffen Christmann im Königsbacher Idig. © Magnus Reuterdahl

Steffen Christmann im Königsbacher Idig. © Magnus Reuterdahl

Knapp 4 ha umfasst der Idig, der fast komplett zum Weingut Christmann gehört. Steile, vom Westen her geschützte Südhanglage, Kalkstein vom unterliegenden Kalkriff, gemischt mit Ton-Mergelböden, ergeben hier intensive, dichte und mineralische Weine. Ich habe die Freude, fast täglich daran vorbeizufahren und stelle mir gerne vor, wie schön ein Fest hier im Pavillon mit der wunderbaren Aussicht sein muss.

Während des Besuchs in diesem Weingut lernten unsere schwedische Gäste u.a. auch die Unterschiede zwischen Stückfass (1200 l) und Halbstück (600l), was sich im Titel des ersten Blogartikels in Schwedens größtem Online-Weinmagazin mit „Ein Halbstück zum Frühstück“  von Magnus Reuterdahl findet.

Sehr schöne Fotos von unserem Besuch bei Christmanns gibt es bei Magnus Reutherdahl auf der Facebookseite zu sehen (hier klicken).

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Steffen Christmann!

www.weingut-christmann.de

Tag 1 der Reise begann am späten Nachmittag bei den Weingütern Weegmüller, Johann Ohler und im Restaurant Spinne.

Tag 1 beschrieben (schwedisch) von Anna Torndahl & Julius Eyem in ihrem schönen Blog über Wein & Gutes Essen

Tag 2 geht noch weiter mit vielen wunderbaren Eindrücken, demnächst hier zu lesen…

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