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Nonnenberg trifft Gaisböhl – Monopol-Lagen unter sich

Das Motto der Vertikalverkostung im Weingut Dr. Bürklin-Wolf klang vielversprechend. Und es war tatsächlich ein besonderes Erlebnis für uns Weinfreunde!

Nonnenberg trifft Gaisböhl

Nonnenberg trifft Gaisböhl

Theresa Breuer erklärt ihre Weine

Theresa Breuer erklärt ihre Weine

Aus dem Rheingau war Theresa Breuer vom Weingut Georg Breuer, einem der berühmtesten deutschen Weingüter, gekommen. Mitgebracht hatte sie 3 Rieslinge aus der Monopollage Rauenthaler Nonnenberg. Die rund 6 ha umfassende Lage liegt ca 20km von Rüdesheim entfernt und gehört seit 1990 zum Weingut dazu, das mit den Weinbergen im berühmten Rüdesheimer Berg  insgesamt rund 33 ha Reben hat. Die Bewirtschaftung des Nonnenbergs bedeutet aufgrund seiner Entfernung einen gewissen, nicht unerheblichen, extra Aufwand, den man auf sich nimmt, da die Weine von hervorragender Qualität sind.

Zur Beschreibung der Lage schreibt wein-plus.eu: Einzellage in der Gemeinde Rauenthal im deutschen Anbaugebiet Rheingau. Der Name leitet sich vom ehemaligen Nonnenkloster Tiefenthal ab, unter dessen Besitztum der Berg gerodet wurde. Sie ist von weitem durch die auf halber Höhe liegende Villa im spätklassizistischen Stil erkennbar. Der nach Süden bis Südwesten ausgerichtete Weinberg in 110 bis 180 Meter Seehöhe mit 30 bis 55% Hangneigung umfasst knapp sechs Hektar Rebfläche. Der tiefgründige, steinige und zumeist kalkfreie Boden besteht aus verwittertem Phyllitschiefer mit Quarziten und Lösslehm. Hier wird vor allem Riesling und auch etwas Spätburgunder angebaut. Die Lage ist im Alleinbesitz des Weingutes Breuer Georg.

Bei Weinlagen-info.de die Lage ansehen: hier.

Das Weingut arbeitet ökologisch-biologisch und ist momentan in der Zertifizierungsphase für das Siegel Fair & Green.

Nonnenberg 2001, 2003, 2008

Nonnenberg 2001, 2003, 2008

Die ausgeschenkten Weine, die von den Trauben der besten Parzellen stammen:
2008 Nonnenberg
2003 Nonnenberg (Magnum)
2001 Nonnenberg (Methusalem) (6 Liter)

2008 Nonnenberg

2008 Nonnenberg

2003 Nonnenberg

2003 Nonnenberg

2001 Nonnenberg

2001 Nonnenberg

Vorweg sei gesagt, dass ich jede Flasche davon definitiv gerne mit nach Hause genommen hätte, um ganz in Ruhe den Rest auszutrinken. Und das hätten sicherlich die anderen Teilnehmer der Probe auch getan. 😉 Als dann aber die Frage kam, welcher Wein einem jeweils am meisten gefällt, war das für mich der 2001er. Zu den reifen, gelben Fruchttönen hatte er eine wunderschöne Mineralität. Die Säure, die im 2008er noch recht stramm war, war in diesem Wein wunderbar eingebettet. Faszinierend, zu erleben, wie jung und frisch er noch schmeckte. So etwas macht einfach Spaß! Immer mehr. Der 2003er war recht schmelzig, fast ölig am Gaumen, es war gut nachvollziehbar, dass er aus dem bisher wärmsten Jahrgang des Rheingaus stammte. Der 2008er war im direkten Vergleich noch ‚zu jung‘ – als 6 Jahre alter Wein…

Bettina Bürklin-von Guradze

Bettina Bürklin-von Guradze

Dann war es Zeit für Bürklin-Wolf Rieslinge aus dem Gaisböhl. Bettina Bürklin-von Guradze hat einen sehr schönen, prägenden Satz gesagt. „Hier schaffen wir etwas, was frei von Kopie ist“. In einer Welt, wo Weinstile international kopiert werden, aber auch exklusive Weine als gefälschte Weine verkauft werden, etc. etc. So ist es ein gewisses Glück, Weine zu haben, die von ihrer Herkunft sprechen und in dieser Art einfach nur so entstehen können. Und aus dem Gaisböhl kann kein anderer Wein kommen. Unkopierbar.

VDP.Pfalz über die Lage Gaisböhl: RUPPERTSBERG. Der Ursprung dieser Lage geht zurück ins hohe Mittelalter. Schon in der königlich bayerischen Lagenklassifizierung von 1828 galt der Gaisböhl als die Spitzenlage in Ruppertsberg. Mit 8 Hektar ist das Weingut Dr. Bürklin-Wolf stolzer Alleineigentümer dieser Lage. Im Gebirgsfuß der Mittelhaardt gelegen, genießt der Gaisböhl geländeklima-tische Vorzüge. Die reine Südlage bewirkt eine optimale Erwärmung des Buntsandsteingerölls. Die mittlere Sommertemperatur liegt hier über 20°C. Terrassenschotterablagerungen mit Tonflözen geben dem Gaisböhl einen gewaltigen Körper und eine feine Säure. Buntsandstein macht ihn besonders langlebig. Die Rebstöcke sind teilweise mehr als 30 Jahre alt. 

Bei Weinlagen.org die Lage hier ansehen.

Biodynamisch

Biodynamisch

Bürklin-Wolf hat nach ersten teilweisen Versuchen ab 2001 in 2005 dann komplett auf biodynamischen Weinbau umgestellt und ist seit 2008 zertifiziert. Als einziges nicht-französisches Weingut ist man dem Verein Biodyvin zugehörig.

Gaisböhl

Gaisböhl aus 3 Jahrgängen

Gaisböhl 2008, 2005 und 1999

Gaisböhl 2005, 2008 und 1999

Zu den Weinen, jeweils aus der Doppelmagnum:

2008 Gaisböhl G.C.
2005 Gaisböhl G.C.
1999 Gaisböhl G.C.

Komplexe Weine, elegant, wie Bürklin für mich eben immer wieder ist. Die Balance zwischen Frucht, zarter Würze und Mineralität ist das, was mir bei diesen Weinen so gut gefällt, obwohl sie nicht knochentrocken sind. Jetzt die gereiften Versionen einmal zu probieren, war natürlich ein besonderes Highlight. Wieder gefiel mir der älteste am besten. Und wieder hätte ich natürlich alle sofort mit nach Hause genommen. Es überrascht einfach, dass ein Wein, der mit der langen Reife komplexer und noch harmonischer wird, gleichzeitig noch so jung schmecken kann. Gerade 2 Tage vor dieser Weinprobe stand meine Nachbarin in der Tür und erzählte mir, wie sie dabei seien, ganze Flaschen Wein (von verschiedenen Weingütern) auszuleeren, die aus 2012 stammen. Die Weine hätten Firn und schmeckten einfach nicht mehr. Und hier sitze ich und trinke Wein aus 1999 und bin im 7. Weinhimmel…. Kontraste.

Laut eigener Aussage, wussten auch unsere Gastgeberinnen nicht, wie die Lebensdauer dieser Weine von Anfang an einzuschätzen waren. Die probierten Jahrgänge wurden als eher ’normal‘ bezeichnet, es waren jedenfalls keine Jahrhundertjahrgänge und ich habe beim googeln gesehen, dass manche Weinkritiker die Trinkfähigkeit teilweise eher kürzer eingeschätzt haben. Passt zum Thema der Kategorie „weinjahrgänge„.

Bei einer solchen Gelegenheit wird klar, dass auch die viel diskutierten 13er GGs erst in einigen Jahren wirklich zeigen werden, was sie zu geben haben. Welche Weine heute unter- bzw. überschätzt werden. Grand Cru, Grosses Gewächs, Spitzengewächs – wie auch immer die Top-Kategorie bezeichnet wird, hier haben wir jedenfalls echte Klasse probieren dürfen.

Herzlichen Dank dafür!

www.georg-breuer.com

www.buerklin-wolf.de

 

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