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Plakative Pfälzer „WEIN“ – Kunst

By Stephan Nied

Die Neustadter WeinFreunde (NWF) zu Gast im Weingut Christmann in Gimmeldingen

Wine Art

Wine Art

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Wie fast jeden zweiten Donnerstag im Monat, trafen sich die NWF zu ihrer November Verkostung dieses Mal im Weingut Christmann in Gimmeldingen.

Steffen Christmann gab uns zunächst einmal eine kurze Einführung über das 17 Hektar große Weingut, welches seit 1996 von ihm geführt wird. Zu über 70 % sind die Weinberge mit Riesling bestückt, der Rest verteilt sich auf Spät-, Weiss- und Grauburgunder. Im Jahre 2004 wurde der Betrieb komplett auf ökologischen und biodynamischen Anbau umgestellt. Ziel ist es, Reben, Weinberg, Klima und Boden in eine größtmögliche Harmonie zu bringen, um feinste, individuelle und authentische Weine zu erzeugen. Steffen Christmann’s Philosophie besagt, dass die Qualität im Weinberg entsteht und bei optimalen Trauben anschließend im Keller nur noch ein minimaler Aufwand zur Weinbehandlung betrieben werden muss.

Steffen Christmann

Steffen Christmann

Neustadter Weinfreunde hören zu

Neustadter Weinfreunde hören zu

In jeder Sekunde die Steffen Christmann spricht, merkt man an seinem Ausdruck und seine Art zu sprechen, die Leidenschaft für seine Weine und seiner Arbeit. Man spürt die Begeisterung für seinen Wein, wenn er erzählt, dass er sich auf Riesling und Spätburgunder spezialisiert hat um etwas Besonderes zu machen. Er ist überzeugt, hierzu in Gimmeldingen und Umgebung die besten Voraussetzungen zu haben, um zu den besten 10 Erzeugern zu gehören.

Keller @ Christmann Foto © Nils Linus Stuiver

Keller @ Christmann Foto © Nils Linus Stuiver

Nach einer informativen Führung durch den Weinkeller, indem inzwischen die 2014er Gewächse gären, ging die eigentliche Weinprobe im modern gestalteten Sandsteingemäuer des Verkostungsraumes los. Hier führte uns Frau Grüttner gekonnt und professionell durch eine interessant zusammengestellte Probe.

Frau Grüttner bespricht die Probe Foto © Nils Linus Stuiver

Frau Grüttner bespricht die Probe Foto © Nils Linus Stuiver

Neustadter Weinfreunde

Neustadter Weinfreunde

Am Anfang steht, etwas unkonventionell, der Königsbacher Ölberg Spätburgunder Erste Lage 2011 (29,90 Euro). Auf der Zunge zeigt sich eine präsente Säure, aber keineswegs spitz, begleitet von spürbaren feinen Tanninen. Allerdings konnte der Wein zum Zeitpunkt der Verkostung sich noch nicht voll entfallen. Nach etwa 1,5 Stunden waren die Säure und auch die Tannine deutlich besser eingebunden und auch der feine Beerenduft mit etwas Toastaromen war deutlicher wahrzunehmen.

Als zweiter Wein folgte einer meiner Lieblingsweine an diesem Abend, der Ortswein Gimmeldinger Weissburgunder 2013 (17 Euro). Der teilweise im großen Holzfass ausgebaut wurde. Cremig, duftet etwas nach Birne und leicht nussig, ein harmonischer Gaumenschmeichler mit erfrischender, angenehm und zurückhaltend eingebundener Säure.

Darauf folgte ein Gutswein Pfalz Riesling 2013 (10,50 Euro). Ein Wein mit knackiger Säure, saftig und schlank, noch etwas kantig aber schön zu Trinken.

Danach kam ein Ortswein Gimmeldinger Riesling 2013 (14,50 Euro) ins Glas. Dieser Riesling hat mehr Kraft und Körper als der Gutswein aber auch etwas Adstringierendes auf der Zunge, verbunden mit einem relativ kurzen Abgang.
Die Nr. 5 an diesem Abend war ein Deidesheimer Paradiesgarten Riesling Erste Lage 2011 (19 Euro). Ein körperreicher Riesling mit Fülle und zartem Petrolton.
Nun zu meinem Highlight des Abends, der Idig Riesling GG 2012 (42 Euro), ein großer Wein, komplex, voluminös und doch filigran. Die Mineralität paart sich harmonisch mit Aromen von weißem Steinobst und Zitrusfrüchten.

2012 Idig GG Christmann

2012 Idig GG Christmann

2007 Reiterpfad GG Christmann

2007 Reiterpfad GG Christmann

Nach dem relativ jungen Idig wurde danach der etwas gereifte Reiterpfad Riesling GG 2007 (nicht mehr im Verkauf) ausgeschenkt. Er ist im Mund etwas breiter als der Idig 2012 und er zeugt deutlich wie sich die die Christmann’schen Rieslinge entwickeln können. Feine buttrige Töne mit etwas Petrol und reifer Honigmelone sind in Balance mit Säure und Mineralität.

Zum Abschluss der Probe wurde der Königsbacher Idig Riesling Eiswein No. 2 2009 gereicht. Sehr karamellig und ölig, begleitet von einer gut eingebundenen Süße. Ein Wein der bestimmt gut zu vielen Desserts passen dürfte. Eine Creme Brulee könnte hierzu ein kongenialer Partner sein.

Nach der eigentlichen Probe gab es zur Ergänzung von Wein Nr. 5 dem Paradiesgarten Riesling Erste Lage 2011, noch eine interessante kleine Vertikalprobe mit den Jahrgängen 2012 und 2013. Wie oben beschrieben zeigt der 2011er schon erste reifere Töne, der 2012er ist füllig am Gaumen, mit dezentem Duft nach Pfirsich und einem unglaublich langem Abgang. Der 2013er besticht durch eine schöne Primärfrucht und einem opulenten Duft nach exotischen Früchten, in der Länge ist er eher noch verhalten.

Weine des Abends

Weine des Abends

 

Nach sehr kurzweiligen zweieinhalb Stunden im Kreise der Neustadter WeinFreunde, ging wieder einmal ein gelungener Abend zur „Neige“.

Beenden möchte ich meinen kurzen Bericht mit einem Kommentar von unserem Weinfreund Herrmann von Stetten:

Ich möchte mich nicht zum Preis – Leistungsverhältnis äußern, letztendlich werden die meisten Christmann-Weine per Subskription verkauft, und davon können viele andere Winzer nur träumen. Also in dieser Hinsicht absolute Topliga. Und wir sind ja auch ganz schön verwöhnt worden, nicht nur mit dem Eiswein. Ihr wisst, ich bin ein Rotwein-Trinker. Aber mir haben der Burgunder und die Rieslinge gut gefallen. Sehr interessant auch die kleine Vertikalprobe. Insgesamt finde ich, dass wir bei einem sehr respektablen Weingut zu Gast waren und bei einem leidenschaftlichen Weinmacher. Und mein Dank an Heike und Matthias, dass sie das organisiert haben. Last not Least: es war wieder echt Klasse, mit Euch“ zusammen Wein zu schlürfen!

 

Bisherige Weinproben der NWF:

Oliver Zeter
Weingut Weik in Mussbach (Bericht fehlt)
Weingut Bergdolt-Reif & Nett in Duttweiler
Weingut Johann F. Ohler in Gimmeldingen (Bericht fehlt)
Weingut Leonhard Zeter in Diedesfeld