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Weingut Ludwig Döring, Hambach

By Stephan Nied

Unser vierter und letzter Besuch in Hambach führt uns in die berühmte Andergasse, zu Michael Döring, dem Understatement Jungwinzer mit Aha-Effekt.

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Erich und Michael Döring / © Stephan Nied

Der Betrieb:

Das Weingut Ludwig Döring liegt in der Andergasse zu Fuße des Hambacher Schlosses und wurde ca. 1860 gegründet. Auf den ca. 8 ha Weinbergen, die überwiegend in Hambacher Gemarkung liegen, werden traditionelle Rebsorten wie Riesling, Portugieser, Grau-, Weiß- und Spätburgunder sowie Merlot, Syrah und Cabernet Sauvignon angebaut. Die drei letztgenannten Sorten kamen vor ein paar Jahren eher zufällig in den Betrieb, da einem benachbarten griechischen Winzer, der die südländischen Reben für seinen „Hausschoppen“ pflanzte, die Bewirtschaftung der Weinberge zu viel wurde. Heute profitieren die Rotweine von Michael Döring extrem von diesem Zufall, doch dazu später mehr. Das Weingut wird in der 6. Generation von Michael und seinem Vater Erich, der es 1988 von Michaels Opa übernahm, ganz alleine bewirtschaftet. Ein fester Bestandteil im Jahresablauf der Dörings sind die zwei Wochen rund um das Andergassenfest, bei dem der Hof zum Festausschank geöffnet hat und traditionell Sonntags Rollbraten aus der Rebenglut mit selbstgemachten Knödeln anbietet. Die Dörings vermarkten etwa 40.000 Flaschen fast ausschließlich an private Endkunden, dies geschieht durch Weinausfahrten und über den Hofverkauf. Eine wichtige Rolle bei der Vermarktung spielt auch das zum Weingut gehörige Gästehaus.

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© Stephan Nied

Michael zeigte während der Schulzeit lange kein Interesse am Winzerberuf, kurz vor seinem Schulabschluss ließ er sich dann doch auf die Ausbildung zum Winzer ein, die er dann überwiegend in südpfälzer Betrieben durchlief. Aus dieser Zeit stammt auch Michaels Vorliebe für die Burgundersorten und den Rotwein. Das Steckenpferd von Vater Erich Döring hingegen, ist die Sektherstellung im eigenen Keller.  Michael setzt bei der Erzeugung seiner hochwertigen Rotweinen auf den Ausbau im Barriquefass und hier speziell auf den Einsatz von amerikanischer Eiche, deren etwas grobporigere Struktur seiner Vorstellung eines perfekten Rotweins besser entgegenkommt.

Die Weine:

Den Einstieg war nicht, wie so oft der Gutsriesling, sondern auf Empfehlung von Burgunderfan Michael der:

Weißburgunder Kabinett trocken / Hambacher Schlossberg / 2013 / 3,50 Euro / 0,75 l

Der Wein hält, was man sich von ihm verspricht. Birne pur. Ein typischer, leichter Weißburgunder für die kommenden Frühlings- und Sommertage.

Grauburgunder Spätlese trocken / Hambacher Schlossberg / 2014 / 4,70 Euro / 0,75 l

Sauberer Duft, frisch, schlank, fruchtig, mit Melone und Pfirsich. Ganz zarter Schmelz. Ich hätte ihn glatt für einen Weißburgunder gehalten, mit 12,5% Alkohol auch ein Wein zum genießen auf der Terrasse.

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© Stephan NIed

Jetzt kommt er endlich, der Gutsriesling:

Hambacher Riesling  / 2013 / 3,50 Euro / 1,0 l

Frisch, fruchtig, kristallklar und knackig, ein einfacher unkomplizierter Alltagswein, sehr gut für eine Pfälzer-Schorle geeignet.

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© Stephan NIed

Nun kommen wir zu den Rieslingen der „Drei Hambacher“. Dahinter verbergen sich Michael Döring, Christoph Sommer und Andreas Orth. Die drei betreiben auf einer Terrasse im Hambacher Schlossberg etwa 25a Rieslinganlagen. Diese Terrassenanlage ist eher ein Hobby der drei und wird meistens als letzter Wingert im Herbst gelesen. Die Anlage besteht aus über 60 Jahren alten wurzelechten Reben, einem Jungfeld, welches 2008 gepflanzt wurde, der Rest sind 20 – 25 Jahre alte Reben.

Riesling  Terrasse Kabinett, Hambacher Schlossberg – Die Drei Hambacher – Schwarzkapsel / 2013 / 8,50 Euro / 0,75 l

Ein Charakterwein, im Stahltank ausgebaut, fruchtig mit einer deutlichen mineralischen Note mit einem ausgewogenen Süße-Säure Spiel (8 g/l Restzucker, 8g/l Säure) bei angenehmen leichten 11% Alkohol.

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Die 3 Hambacher © Stephan NIed

Riesling  Terrasse, Hambacher Schlossberg – Die Drei Hambacher – Goldkapsel / 2013 / 12,50 Euro / 0,75 l

Mich erinnert dieser harmonische Wein mit seiner tollen Struktur irgendwie an ein großes Gewächs, im Moment noch verschlossen, lässt er aber aufgrund seiner vielschichtigen Substanz und Mineralität großes Potential erahnen. Ein Wein, der es in sich hat. Ûberraschenderweise wurde er nicht im Halbstückfass, sondern im kleinen Barrique ausgebaut. Den aktuellen Jahrgang durften wir ja letzte Woche bei Christoph Sommer direkt aus dem Fass probieren…

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© Stephan NIed

Perfekt in den Hambacher Schlossberg passt die Syrah Rebe, da diese Rebsorte eher magere Böden mag.  Daher legt auch Michael Döring auf den Syrah seinen Fokus. Laut Michael ist der Syrah keine einfache Sorte, denn die Syrah-Rebe liefert als wuchskräftige Sorte hohe Erträge, wenn sie nicht entsprechend bearbeitet wird. Michael hält den Ertrag durch den Rebschnitt und der sogenannten „Grünen Lese“, bei der er die gerade reif werdenden Trauben halbiert, bewusst unter 65 hl/ha. Das Ergebnis sind zwei außergewöhnliche deutsche Rotweine.

Syrah Notterstein / 2011 / 7,50 Euro / 0,75 l

Aus der Kleinlage „Notterstein“ direkt hinter dem Anwesen der Dörings wächst dieser außergewöhnliche Wein von dem nur ca. 300 Flaschen erzeugt werden. Bei der Syrah-Trophy 2014 belegte dieser Rotwein den 12. Platz unter 41 Weinen bei den viele locker das Vierfache kosten.

In einem tiefen Purpurrot liegt der Wein im Glas. An der Nase duftet er frisch und fruchtig. Satte Schattenmorelle gepaart mit etwas Himbeere, dazu sehr feine Barrique- und Raucharomen. Im Mund sehr saftig, rund und frisch. Sehr ausbalancierte Säure, klare rote Beerenfrucht und etwas Schokoaromen. All dies im harmonischen Verbund mit feinen Tanninen und einem kräftigen Körper.

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© Stephan NIed

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Hier lagert schon der neue Jahrgang im Barrique / © Stephan NIed

Ein ähnliches Kaliber ist die Rotwein Cuvee.

CaberSpät / 2012 / 8,90 Euro / 0,75 l

Dieser südländische Rotwein besticht durch seinen aromatischen Duft nach einem Korb voll roten Beeren und etwas Kirsche, alles gut eingebunden in schönen Toastaromen und einer mediterranen Würze. Am Gaumen besticht seine fleischige Textur und eine sehr schöne Tanninstruktur. Dieser furiose Tropfen aus Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Mitos und Spätburgunder will einfach nicht von der Zunge verschwinden. Er widersetzt sich allen Versuchen, ihn abzuschütteln.

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© Stephan NIed

Einfach bombastisch, was Michael Döring da auf die Flaschen zieht!

Leute, ich kann euch nur empfehlen, Michael im Weingut zu besuchen und sich etwas von seinen tollen Weinen zu sichern.

 

Termine 2015

Andergasser Fest 30.4.2015 bis 4.5.2015

CuliVino 23.5.2015 bis 25.5.2015

Schwarz Rot Gold 19.6.2015 bis 21.6.2015 (CuliVino Gemeinschaftsstand)

Kontakt

Weingut Ludwig Döring
Andergasse 45
Telefon 06321/80244
67434 Hambach an der Weinstraßee

http://www.weingut-ludwig-doering.de/
info@weingut-ludwig-doering.de

 

Bisherige Beiträge ‚Donnerstags im Dorf‘:

Weingut Sommer, Weingut Martin Nickel, Weingut Johann Müller

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