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Pfälzer Lagenart…

lässt sich mit 3 Buchstaben zusammenfassen: W.O.W.! Als wir am Ende der Veranstaltung den Schlosshang hinunterliefen, sprach einer von uns das aus, was alle dachten: Man kann blind in jedes dieser Weingüter gehen und sich ein paar Weine kaufen – man wird nirgends etwas falsch machen. Das Gesamtniveau ist sehr hoch, die Pfalz ist beeindruckend. Unterschiede in den einzelnen Weinen sind reine persönliche Präferenzen. Um die Qualität geht es in diesem Rahmen nicht, denn die ist durchweg ganz klar top.

Hinauf zum Schloss © Matthias Krieger

Hinauf zum Schloss © Matthias Krieger

Zum 2. Mal fand die Lagenart statt, die die verschiedenen Bodenarten der einzelnen Weinlagen der Pfalz in den Mittelpunkt stellt. 84 Weingüter waren mit 330 Weinen vor Ort, um zu demonstrieren, wie man durchaus den Boden/die Herkunft er-schmecken kann.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Weine, die z.B. im Ruppertsberger Reiterpfad heranreifen, gleich schmecken. Denn hier wiederum spielt die Interpretation des jeweiligen Weinmachers die wichtige Rolle. Soll der Wein schlank sein oder fülliger, gänzlich unbeeinflusst auf die Flasche kommen oder doch im Stil eher abgerundet und ‚freundlicher‘, soll er knochentrocken sein, usw. Die Parameter sind reich an der Zahl. Und somit ergeben sich durchaus ganz unterschiedliche Weine einer einzigen Lage, wo, meiner persönlichen Meinung nach, nur ganz signifikante Lagen den roten Faden noch zeigen. Darüber konnte man sicherlich im Weinparcours mehr erfahren, aber für den reichte uns leider, leider nicht die Zeit… Wir hoffen auf eine neue Gelegenheit.

Wenn man jedoch die verschiedenen Lagen innerhalb eines Weingutes probiert, dann ergibt sich eine Offenbarung. Im konkreten Vergleich, wo (wenn es denn auch wirklich so ist) tatsächlich die Lage die einzige Variable ist und ansonsten mit allen Weinen der exakt gleiche Ausbaustil gepflegt wird, dann erkennt selbst der Laie, wie Boden und Standort das Resultat prägen.

Wir sind (anfangs zu 5., dann noch zu 3.) gemeinsam losgezogen und wollten erst eine Runde nur Riesling probieren, dann ein 2. Mal durchgehen und Weiss- und Spätburgunder erkunden. Plötzlich jedoch waren wir bereits in der Mitte der verfügbaren Zeit (5 Stunden) angelangt, aber erst bei Weingut Nr. 31 angekommen! Ab jetzt mussten wir also straffen und gezielter aussuchen. Wir wollten natürlich die Gelegenheit nutzen und die Weingüter aufsuchen, die am weitesten von uns weg sind. (Das erklärt auch, warum nachfolgend keine Neustadter Weingüter näher erwähnt werden.) Unser Weinprobenkalender platzt vor Ideen! Und am Ende haben wir es dennoch nicht geschafft, alles zu probieren, was wir uns vorgenommen hatten.

Neuentdeckungen, die mir Lust auf mehr gemacht haben, waren für mich z.B., (alle trocken:)
2013 Zeller Kreuzberg Riesling von Schwedhelm, Zellertal
2012 Kindenheimer Burgweg Riesling von Neiss, Kindenheim
2013 Kallstadter Saumagen Riesling von Gaul, Asselheim
2013 Asselheimer Brodsack Riesling  von Michael Schroth, Asselheim – auch einer mit ‚Kante‘, muss unbedingt mehr probieren
2013 Sausenheimer Hütt Riesling, Gaul, Grünstadt-Sausenheim
2013 Kirchheimer Steinacker Riesling Kalkmergel, Benzinger, Kirchheim
2013 Bissersheimer Goldberg Riesling, Gabel
2013 Kallstadter Saumagen Horn Riesling, Müller-Ruprecht
2013 Ungsteiner Herrenberg Am Mandelbaum Riesling, Isegrim-Hof, Ungstein
2013 Herrenberg Riesling GG, Schaefer, Bad Dürkheim
2013 Riesling Reiterpfad, Martin & Georg Fusser, Niederkirchen
2013 Maikammerer Heiligenberg Riesling, Dengler-Seyler – sehr knackig
2014 Pfalz Riesling Schiefer, Gies-Düppel – 9,50 € klasse Wein!!! salzig, distinkt.
2013 Sonnenberg Riesling GG, Siegrist, Leinsweiler
2014 Rechtenbacher Weissburgunder, Nauerth-Gnägy, Schweigen-Rechtenbach
2013 Schweigener Wormberg Weisser Burgunder GG, Becker, Schweigen – Fassprobe ganz wunderbar harmonisch und cremig mit schöner Würze

Nicht neu für mich, aber immer wieder Favoriten:
2013 Kalmit Riesling GG, Kranz
2013 Pfalz Riesling Rotliegend, Siener
2014 Birkweiler Riesling aus dem Rotliegenden, Wolf
2013 Ungeheuer Riesling GG, Mosbacher
2013 Herxheimer Honigsack Riesling, Krebs
Rings komplett. Alles.
Bürklin-Wolf komplett. Alles.

Und last, but not least, aus meinen persönlichen Lieblingslagen:
2013 Forster Pechstein Riesling, Spindler
2012 Pechstein Riesling GG, Acham-Magin – bei unserer Pechstein-Probe hatten wir ja leider eine defekte Flasche erwischt, deshalb soll dieser Wein hier aufgeführt werden, denn nun wissen wir, dass es ein sehr schöner Vertreter der Lage ist, mit typischer Basaltnote und feiner Balance
2013 Kallstadter Saumagen, Rings. Immer wieder ‚mein‘ Wein… Eine NWF Saumagen-Probe steht dringend an.

Die Roten sind bei mir leider zu kurz gekommen, zu wenige habe ich davon probiert. Aber hierzu haben wir uns mit dem Besuch des Barriqueforums gerade eine gute Übersicht verschafft.

https://www.pfalz.de/lagenart

Und das schreiben die Freunde vom Pfälzer Weinblog…

2 replies »

  1. Klasse beschrieben Heike, trifft unsere Eindrücke von gerstern genau. Hier mein subjektiven „Favoriten“, alles trockene Rieslinge wenn nichts anderes vermerkt:

    2012 Burgweg, Neiss
    St. Stephan Matthias Gaul (allerdings 25€)
    Sausenheimer Honigsack Weißburgunder Karl-Heinz Gaul
    Steinacker Rings (fand ich viel besser als sein Saumagen der mir viel zu verschlossen und kantig war) Weilberg Müller-Ruprecht
    Ungsteiner Herrenberg Isegrim-Hof
    Herrenberg Pflüger
    Pechstein GG Acham-Magin
    Ungeheur GG Mosbacher
    Kalkofen Mehling
    Heiligenberg Dengler-Seyler
    Schlossgarten Spätburgunder Meßmer
    Spätburgunder GG Münzberg
    Köppel Siener
    Sonnenberg GG Siegrist
    Gutswein Kranz
    Sonnenberg Spätburgunder Nauerth-Gnägy
    Sonnenberg Scheu

    Absolut enttäuschend war für mich die „komplette Kollektion“ von Philipp Kuhn, was man natürlich mit „jammern auf allerhöchstem“ Niveau bezeichnen muss.

    Gefällt 1 Person

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