weinempfehlungen

Jungweinprobe im Weingut Rings. Berntal

Weinproben in verschiedenen Weingütern führen zumeist dazu, dass man hier und da den einen oder anderen Favoritwein entdeckt. Das ist es ja auch, was es spannend macht, viele verschiedene Weine und Weingüter kennenzulernen… Wenn man aber bei einer Probe jeden einzelnen Wein schon aus dem Fass direkt kaufen könnte, dann ist es fast magisch. Und so ist es hier. Bei Rings.

Besonders vor dem Hintergrund betrachtet, dass wir es mit einem noch jungen Weingut zu tun haben. Mit Winzern, die weder als 7. Generation in ein traditionsreiches (VDP-)Gut hineingeboren wurden, noch an einem Ort der „Hochburgen des pfälzer Weines“ angesiedelt sind. Was hier erreicht wird, ist ganz eindeutig aus eigener Kraft und Begeisterung für den Wein entstanden. Respekt. Mindestens.

Nun bekam ich gerade die Gelegenheit für eine ‚kleine‘ Jungweinprobe mit großen Weinen. Ich habe keine Notizen vor Ort gemacht und einfach nur die Weine auf mich wirken lassen. Hinterher dann der spontane Impuls, euch davon berichten zu wollen. Ihr müsst bitte einfach hin und selbst probieren…

Edelstahltanks im Keller @ Rings

Edelstahltanks im Keller @ Rings

Da ist er. Der 2014 Riesling Freinsheim. Je näher ich ans Glas komme, desto breiter muss ich schon wieder lächeln. Ist so. Der Wein strahlt mich an und ich strahle zurück. Immer wieder dasselbe. Seit 2012 geht das nun den 3. Jahrgang so. Der 14er hier war erstmalig mit 25% für 6 Monate im Stückfass. In der Nase so viel Ausdruck, gelbe Frucht, feine Würze, Zitrus so frisch, gleichzeitig harmonisch am Gaumen, kraftvoll aber keineswegs fett, noch etwas trockener (ca 4 g RZ) als im Vorjahr, eine Säure, die herrlich eingebunden ist und ein Nachhall, der die Eindrücke einfach nur fortsetzen lässt… Ortsweine sind für mich mittlerweile sehr interessante Preis-Leistungsweine. Und dieser hier ist sicherlich ganz, ganz oben anzusetzen. Viel Spaß und Genuss für 12 €.

rieslingsteinacker

Rings Nussriegel und Steinacker Riesling 2013

Dann die Unterschiede zwischen den 2014er Lagenweinen Nussriegel und Steinacker, der erste der „wärmere“, fruchtbetonte Typ, der 2. der mineralisch-kräutrige. Auch das nichts Neues, so war es in den Vorjahren schon. Will man Lage/Herkunft/Boden – Unterschiede bewusst und nicht nur auf Papier erleben, sind diese Weine prädestiniert dafür. Obwohl gleich ausgebaut, mit 30% für 7 Monate in 600 l Fässern, hat jeder seinen ganz eigenen Charakter. Und das schmeckt man auf den ersten Schluck, selbst dem Weinlaien fällt es auf… Ab Mai erhältlich.

2014 Riesling Saumagen. Liegt noch immer auf der Vollhefe. H.L.: ‚Auf der Vollhefe, also nicht auf der Feinhefe… So lange. Kann da nichts schiefgehen?‘. A.R.:‘Was soll da schiefgehen? Sind nur allerbeste Trauben drin!‚ So einfach ist das also. Ich will mein Glas schon jetzt nicht hergeben, weiss jetzt schon, dass ich ihn haben muss. Schon jetzt ist klar zu schmecken, dass er den bisherigen Jahrgängen mit ihrer Kraft und Intensität entsprechen wird. Ein Wahnsinns-Wein. Geben wird es ihn ab September.

Der 2014er Sauvignon Blanc ist einer nach meinem Geschmack. Mehr grün – wie in kräutrig, Gras, Buchs – als gelbfruchtig. Nichts für Frucht-SB-Trinker. Dafür aber sehr wohl etwas für die anderen. Wunschliste.

Wie ihr schon wisst, bin ich nicht die Spätburgunder Trinkerin. Bisher sind es noch einzelne Weine, die mir richtig Spaß machen. Leider haben meine Annäherungsversuche an die Rebsorte oft zu herben Enttäuschungen geführt. Wenn sie zu (unter-)erdig schmecken oder nach Keller, Unsauberem, vom Holz erschlagen sind oder manchmal diese penetranten, giftig-bitteren Unreife-Grüntöne zeigen. Bäh.

Aber dieser hier, der 2013er Saumagen Spätburgunder, den es wohl erst Ende des Jahres geben wird, ist gigantisch. Obwohl kühl im Typ und von belebender Frische und feiner Eleganz am Gaumen, sehe ich warme, reife Kirschen vor mir, als ich ins Glas hineinrieche. Dazu gesellen sich Holzwürze und auch die pfeffrige Würzigkeit der Rebsorte und einiges mehr – alles in feiner Harmonie. Detaillierter kann ich ihn ohne Notizen nicht mehr beschreiben, aber ich kann den Gesamteindruck wiedergeben: Bin froh, dass ich den 12er damals noch bestellen konnte. 38 € (für 2012) ist (für mich) eine Menge Geld. Bisher war mir das für einen deutschen Rotwein einfach viel zu viel. Ganz ehrlich. (Erfahrene Deutsch-Spätburgunder-Trinker mögen mir bitte vergeben.) Wenn schon ein Rotwein in der Preisklasse, dann ein Brunello oder ein schöner Rioja… Ich bin angekommen. Ich bezahle es für einen Rotwein aus der Pfalz. Für einen Spätburgunder.

Berntal by Rings

Berntal by Rings

Zum krönenden Abschluss einen Schluck vom ‚2013 Berntal‚, diesem überaus komplexen, dichten und doch frischen, mineralischen Spätburgunder, von dem es nur 2 Barriquefässer voll gibt. Im Naturschutzgebiet Berntal liegt das Gewann Felsenberg. 0,65 ha plus eine Terrasse von 10 Ar haben die Brüder in 2010 übernommen, gerodet und in 2011 neu angelegt. 2013 ist der erste Wein aus der, für die Pfalz, steilen Lage, die von Kalk, Kalkmergel und vielen fossilen Einschlüssen durchzogen ist. Der Boden ist extrem karg, die Rebe muss kämpfen, der Ertrag pro Rebstock ist dadurch ganz natürlich gering – ohne gesteuerte Ertragsreduzierung. Was für ein erster Wein! Wo wird das hinführen, wenn Reben und Wein noch reifen….?! Wenn er schon jetzt so wunderbar schmeckt.

Berntal

Ein Stück Berntal

Weinprobe im Berntal

Weinprobe im Berntal

Lange habe ich darauf gewartet, diesen Wein zu probieren. Denn vor genau einem Jahr, wir hatten schwedische Blogger zu Gast in der Pfalz, erlebten wir dort im Berntal eine sehr schöne Weinprobe. Gemeinsam mit Jürgen Krebs und Thomas Pfaffmann, Wageck-Weine, probierten wir in diesem Kleinod eine ganze Reihe bester Weine der 3 Weingüter. Seitdem sind das unsere Botschafter in Schweden, die immer wieder ihre Begeisterung für die Pfalz und ihre Weine kundtun und hundertfach ihre Eindrücke in den sozialen Medien geteilt haben.

Vom Spätburgunder Berntal – oder Felsenberg – werden wir noch sehr viel hören, garantiert. Wer sich eine Flasche der wenig verfügbaren sichern will, muss das wohl bereits jetzt tun und nicht darauf warten, bis er im Dezember in den Verkauf kommt. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

„Jedes Jahr ein Maximum an Qualität.“ So steht es auf der Homepage. So schmeckt es im Glas.

www.weingut-rings.de

 

Bisherige Beiträge zum Weingut Rings.

 

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