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Weingut für Jedermann – Knackiger Kästel Hof

by Stephan Nied and  on 17/04/2015

Donnerstags im Dorf. Wir besuchten das 2. Weingut in Geinsheim:

Franz Kästel - Hof, Geinsheim, (C) Stephan Nied

Franz Kästel – Hof, Geinsheim, (C) Stephan Nied

Der Kästel Hof ist ein für Geinsheim typischer Mischbetrieb. Auf etwa 180 ha werden hauptsächlich Gemüse, Kartoffeln und Getreide angebaut. Auf weiteren 33 ha wird Wein angebaut, davon etwa zwei Drittel Weißwein und ein Drittel Rotwein. Bedingt durch verschiedene Abschnitte der Flurbereinigungen in den letzten 12 Jahren, hat sich der Betrieb auf Riesling, Burgunderweine und internationale Rebsorten spezialisiert.

Der komplette Landwirtschaftsbetrieb und auch das Weingut werden seit 2012 in vierter Generation von Weinbautechniker Thomas Kästel und seiner Frau Melanie geführt. Erst in 1988 begann die Familie mit der Flaschenweinvermarktung, seitdem konzentriert man sich mehr und mehr auf den Weinbau.

Thomas Kästel, (C) Stephan Nied

Thomas Kästel, (C) Stephan Nied

Seit Februar 2009 gibt es im Kästel Hof die Weingalerie „5 Sinne“, in der mehrmals im Jahr verschiedene kulinarische Abende stattfinden. Die Weingalerie und das Hoffest sind fester Bestandteil der Vermarktung, die zu 90 Prozent über den Hofverkauf erfolgt. Die Symbole der Sinne dienen auch der Einteilung der Weine in verschiedene Kategorien. Ein weiteres Standbein des Weingutes ist die Vermarktung über die Wein-Kommission. In diesem Rahmen bewirtschaftet Thomas Kästel, nach Vorgaben von bekannten und prämierten Weinerzeugern, einzelne Weinberge.

Ein weiterer Meilenstein war die Übernahme des Geinheimer Weingutes Heiss im Juli 2014. Zurzeit wird der Betrieb unverändert weitergeführt, das Ziel ist jedoch die Integration beider Weingüter in ein Gesamtkonzept. Die Findungsphase dauert derzeit noch an…

Für den Kästelhof aber hat Thomas Kästel schon lange klar definiert und konsequent umgesetzt: „Wir sind ein Weingut mit Weinen für Jedermann. Wir bauen unsere Weine klassisch aus und bewegen uns sehr gezielt im niedrigeren Preissegment. Zu uns kann jeder auf den Hof kommen, der Spaß am Wein hat. Erwarten kann man bei uns vernünftige Weine zu vernünftigen Preisen.“

Die Weinberge liegen ausschließlich in der Lage Geinsheimer Gässel, Großlage Pfaffengrund, die hautsächlich Löss-Lehm Böden aufweist, dieser Boden zeichnet sich neben der Fruchtbarkeit besonders durch eine hohe Wasserhaltefähigkeit aus, so dass die Reben so gut wie nie Trockenstress bekommen. Dies und die Philosophie von Thomas Kästel, die Trauben möglichst früh und nicht vollreif zu ernten, prägen den Stil der Kästel Weine. Sie sind durch die Bank frisch und knackig, sowie tadellos rein, klar und sauber im Stil.

Weinbeschreibungen:

Die „handfesten“ Literweine

2012 Rivaner trocken QbA, 3,40 Euro/1L

dezente florale Noten, Trinkspass für kleines Geld, idealer Schorlewein. Die säureärmere Alternative

2013 Riesling trocken QbA, 3,40 Euro/1L

sauber gemacht, duftet nach grünem Apfel, mit knackiger Säure, mineralisch.

2014 Riesling halbtrocken QbA, Deidesheimer Hofstück, 3,80 Euro/1L

gut eingebundene Restsüße, typischer Mittelhaardter Riesling mit feinem Pfirsischaroma, nicht zu süß und mit angenehmer Frische. Hat selbst uns Trocken-Weintrinkern gut gefallen

Die „Nasen-Weine“

2014 Grauer Burgunder trocken QbA, 4,10 Euro/0,75L

duftet nach Honigmelone, Zitrusfrüchten und etwas Ananas, ein schlanker Grauburgunder mit gut eingebundener knackiger Säure

2014 Chardonnay trocken QbA, 5,00 Euro/0,75L

tropische gelbe Früchte an der Nase, Ananas und Banane, ebenfalls ein schlanker und knackiger Wein

2014 Weißburgunder halbtrocken QbA, 4,10 Euro/0,75L

der Publikumsliebling, etwas Melone, Birne an der Nase, im Gaumen cremig, uns etwas zu süß, ist aber Geschmacksache – wie die Absatzzahlen zeigen

2014 Sauvignon Blanc trocken QbA, 5,00 Euro/0,75L

duftet nach Holunderblüte und schwarzer Johannesbeere, etwas Eisbonbon, im Mund schmeckt man auch eine angenehme Stachelbeerfrucht, hier merkt man auch wieder den typischen Stil von Thomas Kästel: ein schlanker, eleganter Wein (12 Vol.%) mit der typischen knackigen Säure des Löss-Lehm Bodens

Die „Mund-Weine“

2013 Spätburgunder trocken QbA, 4,10 Euro/0,75L

helles, durchscheinendes Rubinrot im Glas, eine leichte, fruchtige Interpretation des Spätburgunders, im Duft ein Erdbeerfeld mit Himbeernoten, samtig weich am Gaumen, leicht gekühlt eine hervorragende Alternative zu einem Weißherbst. Beim Verkosten kam mir spontan der Gedanke, dass das DER Wein zu einem schönen Pana Cotta mit Fruchtspiegel ist!

2003 Dornfelder Barrique trocken QbA, 9,20 Euro/0,75L

Ein Rotwein noch aus dem Jahrhundertsommer 2003, tiefes Purpurrot im Glas, an der Nase Mokka und Schoko Aromen, im Mund immer noch sehr frisch und fruchtig, die spürbare Säure zeigt, der Wein ist noch nicht am Ende, gut eingebundene Tannine geben Struktur und Körper. Ganz gewiss kein ’normaler‘ Dornfelder.

(C) Stephan Nied

(C) Stephan Nied

Kommende Events:

24.04.-26.04 Frische Gerichte aus dem Wok
22.05.-25.05. Hoffest mit Wein u. Spargel im beheizten Zelt
29.08.- 30.08.25.09. -27.09.  5 Sinne Kerweausschank Herbstliche Kürbisküche
23.10 -25.10. Wildes aus dem Walde
20.11.-22.11.
27.11.+28.11.
Gänsezeit in der Weingalerie

 

Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch – Sonntag von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Dienstags geschlossen (außer in der Neuen Wein-Zeit)

http://kaestel-hof.de/

 

 

Unsere bisherigen Beiträge zu ‘Donnerstags im Dorf‘:

Geinsheim: Weingut Bender

Hambach: Weingut Ludwig Döring, Weingut Sommer, Weingut Martin Nickel, Weingut Johann Müller

Für die komplette Übersicht hier klicken…

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