weinempfehlungen

1000ccm – Klasse – Riesling

By Stephan Nied

Für mich als Weinliebhaber sind die 1-Liter Rieslinge das Eintrittstor und auch eine Art Visitenkarte eines Weingutes. Hier erkenne ich oft schon die Qualitätsphilosophie, auch ein wenig die Vision eines Weingutes. Klar zeigt sich all dies bei den Spitzenweinen eines Betriebes viel deutlicher und lässt sich auch intensiver herausschmecken, aber für mich ist auch auch die Basis der Qualitätspyramide als solides Fundament eines Betriebes sehr wichtig. Daher hatte ich schon lange die Idee eine Art „Gutsriesling“ Probe durchzuführen.

Nach langer Überlegung und Vorplanung war es nun endlich soweit und der erste inoffizielle und nicht repräsentative 1000ccm – Pfalz Riesling Cup des -pfalzweinproben- Blogs konnte gestartet werden. 16 Gutsrieslinge aus der Pfalz von Schweigen bis Forst gingen an den Start. Um allen die gleichen Chancen zugeben, wurden nur Weine aus 2013 für das Rennen zugelassen. Aus der Königsklasse der VDP Betriebe waren sechs Teilnehmer am Start, der Rest des Feldes wurde durch junge Talente und renommierte Betriebe ergänzt.  Die Rennleitung vergab nun den Flaschen ihre Startnummern. Um auch alle Starter gleich zu behandeln, wurde den überwiegend grünen Flaschen nun noch ein einheitliches Outfit aus Aluminiumfolie verpasst. Die Rennjury bestand aus der Redaktion von –pfalzweinproben- und verschiedenen Weinfreunden, insgesamt 10 Leute. Nachdem die Jury sich eine gute Rennunterlage am Grill und Salatbuffet geschaffen hatte und auch die Geschmacksknospen mit ein paar Schaumweinen auf Empfang geschaltet waren, konnte das Rennen zum 1000ccm Pfalz-Riesling-Cup gestartet werden. Die Startreihenfolge wurde von meiner Tochter, die an diesem Abend als gutes Helferlein den Probenausschank übernahm, willkürlich festgelegt. Das Rennen verlief überaus unterhaltsam und spannend und am Ende sogar sehr überraschend. Auffallend war vor allem, dass sich nur ein VDP Betrieb unter den ersten fünf Plätzen platzieren konnte.

Trotz der sehr hohen Qualität des gesamten Startfeldes, konnte man das Klassement grob in drei Gruppen einteilen: eine klare Spitze bis hinunter zum fünften Platz, danach ein schmales Verfolgertrio, gefolgt von einem breiten Feld handwerklich gut gemachter Weine.

Ich möchte mich hier nun näher mit den ersten fünf Weinen befassen.

Platz 1 – Weingut Faubel Maikammer, Riesling 2013

148 Punkte / 5,50 Euro

Fruchtiger Duft, Würze, mineralisch, dicht, viel Schmelz, lang
Der Wein ist klar als Sieger durchs Ziel gegangen und erhielt von der 10 köpfigen Jury

7 x 1. Platz, 1 x 2. Platz und 1 x 3. Platz.

Das Weingut Faubel hat die hohe Qualität seines Liter Rieslings schon oft bei anderen Verkostungen unter Beweis gestellt.

 

Platz 2 – Weingut Muffang Venningen, Riesling 2013

132 Punkte / 3,60 Euro

An der Nase frische Säure, Kühl, Eisbonbon, im Mund dann Aprikose, Zitrus, Limette, schön eingebundene Säure, frisch mit viel Trinkfluss.

Die Überraschung des Abends! Der Wein der alle verblüffte, vielen meinten hier einen Riesling von der Mittelhaardt im Glas zu haben. Keiner kannte bisher dieses Weingut, zudem war es auch der preisgünstigste Wein im Rennen.

(1 x 1. Platz /  3 x 2. Platz / 4 x 3. Platz)

 

Platz 3 – Weingut Müller-Catoir Neustadt Haardt, Gutswein 2013

131 Punkte / 7,90 Euro

Etwas Hefe an der Nase, fruchtig, im Abgang etwas salzig

Alle hielten ihn für einen Pfälzer Liter-Riesling, denn das war auch das Thema der Probe. Aber …

(2 x 1. Platz / 3 x 2. Platz / 1 x 3. Platz )

 

Platz 4 – Weingut Ohler Neustadt Gimmeldingen, Riesling 2013

130 Punkte / 5,50 Euro

Im Bukett etwas krautig mit Ananas und frischer Zitrusnote, am Gaumen recht füllig und frisch mit gut eingebundener Säure.

(1 x 1. Platz / 3 x 2. Platz / 1 x 3. Platz)

 

Platz 5 – Weingut Stern Hochstadt, Riesling 2013

127 Punkte / 5,50 Euro

Kräuterwürziger Duft, fruchtig, durch sein Extrakt im Mund mit viel Druck und Kraft, etwas cremig auf der Zunge, gute Länge

(1 x 1. Platz / 2 x 2. Platz / 4 x 3. Platz)

 

Im Nachhinein musste die Rennleitung aber feststellen, dass der Müller-Catoir Gutswein keinen reinen Riesling im Tank hatte. Somit hatten wir unwissentlich einen kleinen Piraten (Cuvée aus überwiegend Riesling mit etwas Weissburgunder und Scheurebe) am Start.

Mein Fazit des ersten inoffiziellen und nicht repräsentativen 1000ccm – Pfalz Riesling Cups fällt erfreulich gut aus, wir hatten eine Probe auf hohem Niveau, keine Ausfälle und wie im echten Sport freut es einen, wenn die Underdogs sich behaupten können.

Probendurchführung:

Blindverkostung in zufälliger Reihenfolge

10 Verkoster, keine professionellen Weinverkoster, sondern nette Menschen, die einfach gerne Wein trinken und dabei Spaß haben.

Bewertung im 20 Punkte System, jedes Jury Mitglied durfte jedem Wein maximal 20 Punkte geben, somit war die maximale Punktzahl pro Wein bei 200 Punkten.

Bei den oben erwähnten Platzierungen ist zu berücksichtigen, dass bei Punktegleichstand der Platz mehrfach vergeben wurde.

Impressionen:

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