veranstaltungen

Weintage 2015 SÜW

Letzte Woche waren wir, wie auch bereits letztes Jahr, in Landau zu den Weintagen. Leider hatten wir nur wenig Zeit und konnten von den 95 Betrieben deshalb nur wenige besuchen. Unser Ziel war, für uns neue Winzer zu entdecken und das ist uns auch gelungen.

Aus Gesprächen mit anderen Besuchern hat sich klar ergeben, dass das Niveau insgesamt sehr gut ist und man, ähnlich wie bei der Hambacher Lagenart im März, bei jedem Betrieb seine Weine finden kann, die einen selbst ansprechen. Man kann also theoretisch anstatt eines Weinführers einfach den Ausstellerkatalog einer solchen Veranstaltung nehmen und sich da seine Adressen aussuchen, die man besuchen möchte. So kann man sich dann auch ein ganz eigenes Bild von den Weinen machen. #Pfalz rocks.

Begeistert haben uns die 3 Gewinner des Wettbewerbs „Die junge Südpfalz“, die wir nur ganz kurz gleich zu Anfang besuchen wollten. Einfach, um zu verstehen, wer das ist, die da gewonnen haben und jeweils einen Wein zu probieren. Dann sollte es weitergehen. Doch das mit dem „ganz kurz“ ließ sich hier nicht verwirklichen. Wieder erlebten wir diese Passion für den Wein, die frische, lockere Art, Weine zu präsentieren. Die lässige Souveränität und Natürlichkeit. Sie wissen einfach, was sie tun. Das zeigt sich mit den Tropfen im Glas! Wieviel Spaß – und Genuss – man bekommen kann…..

Sieger & Weinfreunde

Sieger & Weinfreunde

Thomas Hörner. Vom 2014 Horny Rosé (7.20 €) (wie wohl die Amerikaner diesem Wein begegnen…?), der mit seiner frischen, fruchtig-würzigen Art von Erdbeeren und Himbeeren strotzte. Trocken, aber halt nicht ganz, darf er gerne eisgekühlt getrunken werden. Perfekter Sommerwein (immer diese Kategorien…). Über den 2014 Sauvignon Blanc (7,50 €), der sich mit viel Frische und bemerkenswerter Ausdauer in schönsten Holundertönen zeigt. Und den 2014 Gelber Muskateller (7,50 €), aromatisch, animierend, auch wieder sehr frisch, sehr, sehr fein und klar und mit langem Nachhall. Zum 2014 Grauburgunder (14 €). Bin kein Grauburgunder Fan, aber den hier kann ich gerne empfehlen. Erdig, fruchtig und vielschichtig, aber nicht fett und plump – sondern genau das Gegenteil. Trocken und mit lebendiger Säure – so mag ich das. Dezente Holznoten umrahmen ihn ganz fein, ausgebaut wurde er im Halbstück und in vorbelegten Barriques. Thommy bläst garantiert ins eigene Horn! www.hoerner-wein.de

Georg Meier. Zu finden ist er im Weingut Valentin Ziegler Sohn – etwas verwirrend, aber hier hat er seine eigene Linie geschaffen, die sich klar abhebt. Quer durch die verschiedenen Bodentypen präsentierte er seine Rieslinge. Vom fruchtigeren 2014 Riesling Buntsandstein (7,80 €) aus dem Weyherer Michelsberg, über den fruchtig-mineralischen 2014 Riesling Rotliegendes (9,20 €) aus dem Burrweiler Altenforst zum Feuerstein-mineralischen 2014 Riesling Granit (9,20 €), wieder aus dem Weyherer Michelsberg – alles trockene, sehr schöne Weine, die mit Klarheit und Finesse überzeugen und richtig saftig den Mund beglücken. Dann der 2014 Riesling Goldkapsel (17 €), wiederum aus dem Michelsberg, aber von 26 Jahre alten Reben. Intensiv, zitrus, würzig, kräutrig und mit langem Finish. Wow… Schmeckt jung schon sehr schön – für den, der gerne einen Wein ‚mit Kante‘ mag – und wird sicherlich interessant, in einigen Jahren wieder zu probieren. http://www.valentin-ziegler-sohn.de/weine/list?cid=16

Ben Rothmeier. Hier ging es dann gleich los mit 2014 Riesling Ramba Zamba (9,50 €). Junge Väter, die den Alltag mit kleinen Kindern im Etikett festhalten. Der Wein selbst war im Verhältnis zum Label dann doch eher ausgeglichen, jedenfalls zwischen Restzucker und Säure von 8 / 8. Ein Wein, der zum Easytrinken gedacht ist, aber mit Spontangärung und 20 % gebrauchten Barriques keinesfalls ‚Mainstream‘ gemacht ist. Maracuja, mineralisch, frisch. Dann die 2014 Scheurebe ( 7 €), sehr zart und filigran und die 2014 Scheurebe Spätlese ( 9,50 €), mit herrlicher Frische zur feinen Süße. Richtig schön… Highlight für mich: 2013 Syrah (40 €). Plötzlich das Gefühl, im Kräutergarten zu stehen! Siehe Woi-Quickies #16 für weitere Infos… Extra Punkt für Ben: kein Brot, sondern Schokolade zwischen den Weinen! Danke! www.ben-rothmeier.de

Sehr schön auch der 2013 Chardonnay R, Rosengarten (15 €) von Stefan Meyer, Rhodt. Cremig, würzig, feinen Noten gebräunter Butter, elegant und mit schöner Säure. 12 Monate im Eichenfass, wunderbar eingebunden…

Weingut Hundemer hat uns überrascht. Stehen geblieben sind wir wegen der schlichten Etiketten, die uns sofort ansprachen. Weine für um die 5,50 €, die durchaus teurer geschmeckt haben. Schnäppchenjäger, da müsst ihr hin!

Bei Weingut Hans-Jürgen Doll gab es einen 2012 Muskateller Sekt trocken (9,80 €) – Asti auf pfälzisch. Die totale Erinnerung an unseren Piemont Trip im letzten Jahr… Der Schaumwein für alle, die es gerne etwas süßer mögen.

Weingut Ackermann, 2013 Kalmit Riesling (13 €) aus dem Stückfass, sehr intensiv, mineralisch, langer Nachhall. Trocken mit 3 g RZ. Love it.

Matthias Krieger schreibt ergänzend:

Weingut Hundemer, Hainfeld: Riesling Schiefer 2014 0,75l Preis 5,50 Hier hat man bezüglich Preis/Leistung ganz viel Riesling im Glas. Eigentlich wollte ich nicht probieren, da ich dachte die machen bestimmt Main Stream….aber nein, dieser Riesling zeigte sich sehr eigenständig…..tolle Nase eindeutige und schöne Aromen nach Apfel, weiße Weinbergspfirische, etwas kräutrig, schon da die Mineralität des Schiefergesteins klar erkennbar. Im Mund extrem “ noch” leicht junges Gletschereis (wird sich aber zeitnah verflüchtigen) saftig, trocken, cremig, feine Frucht-Säure Kombination und auch hier bringt der Schiefer sich toll eingebunden mit ein. Mittlerer bis längerer Abgang. Hier ist schon der Junior mit am werk und ich bin gespannt was da noch in Zukunft kommt.

Weingut Markus Stentz, LD-Godramstein: Riesling “S” Münzberg 2014 0,75l Preis: 5,90 Auch hier mein erster Kontakt mit diesem Weingut. Wiederum überrascht was man für solch eine Preis bekommt. Im Glas spiegelt sich eine schöne hellgelbe mit leichtm grün. Die Nase verspricht viel Komplexität und macht Lust auf den ersten Schluck. Tolles frucht-säure Spiel, weniger grün eher viel gelbe Früchte wie Aprikosen, Pfirsche , sehr dicht. Wirkt alles sehr stimmig mit elegantem Trinkfluss und schöner Länge.

Weingut Lidy, Frankweiler: 2014 Frankweiler Kalkgrube-Weisser Burgunder trocken “Platin”Hier findet man eine neue Art der Bezeichnungen: KUPFER steht für die Basisweine, gute Tropfen für den täglichen Genuss. SILBER repräsentiert die Gutsweine, quasi die typischen Lidys. GOLD markiert die Ortsweine mit ihrer eng gefassten Herkunft. PLATIN schließlich ist den hochwertigsten Lagenweinen vorbehalten, die den individuellen Charakter kleiner Parzellen widerspiegeln. Auch hier merkt man den Generationswechsel. Feinfruchtiger eleganter Wein, schöne dichte Nase erinnert an Quitten, Birnen, Nüsse, Mangos ….sehr saftig und trocken im Mund, Säuere schön eingebunden.…toller Essensbegleiter.

Weingut Theo Minges (VDP), 2013 Weisser Burgunder Rosenkranz GG. Begeisterung pur, tolle dicht Nase, feine toll eingebunde Aromen nach Nuss, reife Birne, etwas Quitten ….im Mund exterm breit, cremig voluminös

Danke an die Südpfalz!

Infos und Ausstellerkatalog gibt es hier zu finden: http://www.suedlicheweinstrasse.de/veranstaltungen/wein-events/weintage.html

 

 

2 replies »

  1. Liebe Heike, war wieder mal schön mit Dir dort vor Ort gewesen zu sein….auch wenn es zeitlich sehr eng war. Toller Bericht 😉

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s