veranstaltungen

inBianco 2016

Eine kleine Zusammenfassung der Messe der großen Weine…

Rund 400 Besucher kamen zur Veranstaltung im Saalbau. Natürlich ist da Potenzial für mehr, aber ich finde, man kann das als guten Erfolg werten. War dies doch die Premiere hier in Neustadt und bei einem Eintritt von 45 € sicherlich für Neustadter (Preis-) Verhältnisse im gehobenen Bereich. Aber Weinfreunde zog es natürlich hin, die Liste der 104 ausstellenden Betriebe war mehr als verlockend, wann hat man das schon in der Form direkt vor der Haustür. Das war auch generell der Tenor, den ich von anderen Besuchern und von Ausstellern gehört habe. Alle wünschen sich eine Wiederholung.

Das Winzerdinner

Wir hatten das Glück, beim Winzerdinner am Abend vor der Messe teilnehmen zu können. War das ein schöner Abend! Nach einer kurzen Begrüßung im Weinkeller bei Bassermann-Jordan, ging es nach oben in den Ketschauer Hof, wo runde Tische für jeweils 8 Personen gedeckt waren. Die Winzer, die an dem Abend teilnahmen, hatten jeweils Magnumflaschen ihrer Weine bereitgestellt, die auf den Tischen verteilt wurden. Der Kommunikationsfaktor war groß! Wollte man Weine von anderen Tischen probieren, musste man entweder dahin gehen oder die Weinmacher gingen mit ihren Flaschen eine Runde. Ein Raum in Bewegung. Wie ich das liebe! Wie oft saßen wir in den Jahren zu langen Dinners mit vielen Gängen irgendwo fest – sprichwörtlich. Small talk ja, aber irgendwann, … hallo? Wie erfrischend, sich frei bewegen zu dürfen, mit vielen verschiedenen Menschen sich unterhalten zu können. Herrlich! Wenn ich wieder auf die Welt komme, werde ich Winzer.

Auch das Essen war hervorragend, die Gänge schön klein – nichts schlimmeres als 5 Gänge mit zu großen Portionen, zu später Uhrzeit… Und die Weine! Ständig kam irgendjemand an den Tisch und rief ‚hast du den schon probiert?‘ und ‚du musst dorthin, den musst du kennenlernen‘ etc. etc. Richtig gut gefallen hat mir der Condrieu „Les Chalets“ 2013 von Cuilleron und den Condrieu „Le Grand Vallon“ 2001 von Villard hätte ich am liebsten ganz für mich alleine getrunken. Die Nase, diese Nase… des 2003 Ockfener Bockstein Riesling Auslese Nik Weis – St. Urbanshof. Petrol, Mineral, Feuerstein, was weiss ich was alles. Und dass wir von der Winzerin eingeladen wurden, bei der letzten Flasche des 2009 Deidesheimer Kieselberg Riesling Eiswein von Acham-Magin mitzutrinken, das war ein besonderer Moment.

Am nächsten Tag dann die Messe. Definitiv eins meiner Highlights war die

Vertikale mit Walter Massa uns seinem Timorasso. 

Timorasso, so what? Ich konnte damit ganz ehrlich überhaupt nichts anfangen. Also war ich neugierig, zum Glück! Konzentrierte Weine mit viel Ausdruck, schönen würzigen Noten, Heu, getrocknete Früchte, Zitrus und zumeist mit mineralisch-salzigem Nachhall. Ausgewogene Säure. Natürlich die Jahrgänge 2010, 2008, 2005, 2002 mit einzelnen Nuancen, mein Favorit der Timorasso „Costa del Vento“ 1997. Sehr rund und ausgewogen, fast geschmeidig im Mund, einfach schön.

97 war auch der 1. Jahrgang, in dem diese autochthone Rebsorte der Region Colli Tortonesi im Piemonte von einem weiteren Produzent vinifiziert wurde. In Vergessenheit geraten, wurde sie von Walter Massa in 1987 mit dem ersten Jahrgang mit 560 Flaschen wieder entdeckt und vor dem völligen Aussterben gerettet. Inzwischen bauen 35 Produzenten ca 100 ha Timorasso an und aus.

Die Messe

Rahmen und Layout gefielen uns, die Atmosphäre war angenehm. Uns ist es nicht gelungen, jeden Tisch zu besuchen, zumal wir auch in der Corton-Charlemagne Vertikale waren, zu der es aber leider nichts zu berichten gibt. Wie auch immer, wir haben uns auf die Gastwinzer konzentriert, weil wir ja das ganze Jahr über unsere Pfälzer besuchen und trinken. Ich weiss, dass sie uns vergeben. Das heisst aber keineswegs, dass dort nicht großer Andrang herrschte – ganz im Gegenteil! Eine schöne Zusammenfassung hierzu gibt es vom Pfälzer Weinblog zu lesen, den Link füge ich unten bei.

Aus Italien haben mir die Arneis Weine aus dem Roero gefallen, Petit Arvine hingegen hat mich wieder darin bestätigt, dass sie einfach nicht meine Traube ist. Aus Frankreich bin ich beim Sancerre Blanc La Baronne 2013 hängengeblieben, ja und eben wieder bei den  Condrieus. Jura, Rijckaert mit sehr, sehr prägnanten Weinen, da will ich mehr wissen, das war ein guter Anfang. Die Notizen werden dünner, zunehmende Reizüberflutung. Aber es geht ja nicht um die Auflistung eines jeglichen Weines, sondern um den Gesamteindruck. Auch habe ich nicht meine Vivino Statistik um 300 Weine erweitert, sondern meinen Sinnen freien Lauf gelassen und sie nicht ständig mit Fotos und Notizen geblockt. Wer bis hier mitgelesen hat, ist gut und ich sage nur noch, nutzt die Gelegenheit, sollte sie sich ergeben und diese Messe wiederholt werden. Bis dahin genießt die Bilder, die uns freundlicherweise von der www.kgp.de zur Verfügung gestellt wurden… Cheers!

www.inbianco.de

Zusammenfassung im Pfälzer Weinblog: hier

2 replies »

  1. Umfassender und toller Bericht – besonders gefallen hat mit der Teil zum Winzerdinner. Da wäre ich gerne dabei gewesen.

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