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7. Internationaler Bioweinpreis mit 1063 Bioweinen aus 23 Ländern. 4 x Großes Gold in die Pfalz

PAR – darüber berichten wir als nächstes in unserer Serie „Weinbewertungen“. Heute teilen wir die Presseinfo zum PAR Internationaler Bioweinpreis. Großes Gold ging dabei zweimal ans Weingut Schwarztrauber in Neustadt-Mussbach und je einmal an Dr. Bassermann-Jordan, Deidesheim, sowie an Weingut Merkel in Kleinniedesheim. Die komplette Auflistung aller Weine ist hier zu finden: bioweinpreis.de

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7. internationaler bioweinpreis: 1063 Bioweine aus 23 Ländern gemeldet – Höchstwertungen gehen nach China, Italien, Spanien und Deutschland

PAR®-Jury vergibt 49 mal Großes Gold, 346 mal Gold, 457 mal Silber

Frasdorf, 20. Juni 2016 – Mit einem neuen Teilnehmerrekord und einer nie dagewesenen Bandbreite an Rebsorten, Stilen und Herkunftsländern ging der internationale bioweinpreis 2016 vom 10. bis 13. Juni 2016 in die siebte Runde. Initiiert und organisiert von der WINE System AG wurden die 1063 eingereichten Bioweine von ausgebildeten Qualitätsprüfern, die gemäß des PAR®-Standards jeden Wein in Dreier-Teams inhaltsstofflich analysieren und sensorisch bewerten, verkostet. Neben erfolgreichen Newcomern, unter anderem aus China, bereichern 2016 erstmals auch Weine aus Mexiko und den USA die Verkostung, die von insgesamt neun PAR-Teams unter der Leitung des Sensorik-Experten Martin Darting durchgeführt wurde. Zu den am stärksten vertretenen Weinländern zählen Deutschland mit 465 Positionen sowie Österreich und Italien mit jeweils 127 Positionen. Insgesamt 49 der eingereichten Weine wurden mit Großes Gold (96 bis 100 Punkte) ausgezeichnet, 346 mit Gold (90 bis 95 Punkte), 457 mit Silber (83 bis 89 Punkte) und 152 mit einer Empfehlung (75 bis 82 Punkte). Das komplette Ranking inklusive PAR-Dokumentationsbögen ist ab sofort unter www.bioweinpreis.de abrufbar.

Internationale Vielfalt an der Spitze

Eine Newcomerin unter den Weinnationen der Welt machte bei der viertägigen Verkostung Furore: China. Gleich vier der 49 mit Großes Gold prämierten Weine stammen aus der Volksrepublik, die mit sieben Weingütern und 17 Positionen zum ersten Mal beim internationalen bioweinpreis vertreten war. So erzielte das chinesische Weingut Chateau Ningxia Saint Louis Ding in der Kategorie Rotwein mit seinem oxidativ ausgebauten 2013er Cabernet Sauvignon Dry Red Wine 99 PAR-Punkte. Mit 98 Punkten folgt dicht dahinter der reduktiv, in Stahltank und Barrique ausgebaute 2010er D’Erasmo – eingereicht vom italienischen Weingut Nifo Sarrapochiello Lorenzo. Aus der Pfalz kommt mit 97 PAR-Punkten ein oxidativ ausgebauter Spätburgunder, der zeigt, was die Sorte in sich hat: Der 2014er Spätburgunder Edition Papillon vom Bioland-Weingut Schwarztrauber.

In Sachen Weißwein liegen dieses Jahr mit 98 Punkten das spanische Weingut Vinedos Ruiz Jimenez S.L., mit dem in Barrique ausgebauten 2014er Osoti Tempranillo Blanco, sowie der Biohof Fischer in Österreich, mit dem reduktiv im Stahltank ausgebauten 2015er Rosengarten Traisental DAC, vorn. In die Riege der mit 97 Punkten bewerteten Weine fallen auch zwei Erzeugnisse aus der immer stärker vertretenen PIWI-Rebsorte Souvignier Gris: Die 2015er Souvignier Gris Spätlese vom badischen Winzerverein Reichenau – reduktiv in Edelstahl und Barrique ausgebaut – und der oxidativ in Edelstahl und Barrique ausgebaute 2015er Handwerk Weiss vom Weingut Roland & Karin Lenz in der Schweiz.

Als einziger Roséwein wurde der 2015er Regent vom Weingut Sedlescombe Organic Vineyard mit 97 Punkten und Großem Gold ausgezeichnet – ein halbtrockener, reduktiv vergorener PIWI-Rosé aus Großbritanniens Südosten.

Aus Italien stammt der 2015er 97-Punkte-Schaumwein Fior D’Arancio aus 100 Prozent Moscatel und ist damit ebenfalls der einzige seiner Kategorie im Bereich Großes Gold.

Bei den Süßweinen kommen gleich drei alte Bekannte des internationalen bioweinpreises auf 99 Punkte: die italienische Fattoria La Vialla mit dem Barrique-ausgebauten 2012er Vin Santo del Chianti DOC, die spanischen Bodegas Robles mit dem 2015er Piedra Luenga Bio PX aus dem Stahltank und das fränkische Weingut am Stein mit der 2015er Randersackerer Pfülben Riesling Auslese, ebenfalls aus dem Stahltank.

Traditioneller Ausbau und moderne Stilistik

Eine Tendenz, die sich während der vier Verkostungstage abzeichnete, zeigt sich im Zuwachs der traditionell arbeitenden Betriebe, die mit mehr Luftzuarbeit, Spontanvergärung und Minimalismus im Keller arbeiten, was weniger fruchtige, dafür komplexere Weine hervorbringt. So hat sich auch in diesem Jahr die PAR-Verkostung nach Stilistik bewährt, die jeden Wein individuell nach seiner Machart analysiert und den jeweiligen handwerklichen Prozessen Rechnung trägt.

Am Beispiel China zeigt sich die Stärke der Methode: Die Verkoster waren hier mit deutlich oxidativ vergorenen, aber keineswegs oxidierten Weinen konfrontiert, deren Geschmacksbild sich stark von europäischen „Normen“ abhebt, dafür aber genau denen ihres Herkunftslandes entspricht. Unabhängig von den Vorlieben der Verkoster und mit dem Wissen, dass China fast ausschließlich für den eigenen Markt produziert, wurden die oftmals enorm dichten und komplexen Weine im Hinblick auf handwerkliches Können und saubere Arbeit in Weinberg und -keller bewertet. Dank ihres Trainings erkennen die PAR-Fachleute zum Beispiel mikrobiologische Belastung, flüchtige Säure oder Acetaldehyd im Wein, die ab einer gewissen Intensität als handwerkliche Fehler erkannt und entsprechend der Stilistik eingeordnet werden.

Auch im modernen Bereich fokussieren die Winzer in der Spitze hohe Intensitäten, jedoch nicht mit überextrahierten Weinen; vielmehr werden mit kleinen Alkoholwerten Extrakt-dichte Weine bereitet, die mit differenziertesten, langanhaltenden und dynamisch wirkenden Fruchtaromen begeistern.

Starker Nachwuchs

Ebenfalls erwähnenswert ist der starke internationale Nachwuchs, der den etablierten Biobetrieben mit unkonventionellen Ausbaumethoden und Stilen ein Pendant bietet, wie zum Beispiel der Australier Steve Lubiana, der sich in Tasmanien bereits einen Namen als innovativer Jungwinzer mit großem Potential gemacht hat. Er arbeitet streng nach biodynamischen Richtlinien; produziert handwerklich und in kleinen Mengen. Wie er haben viele kleine Produzenten, die nicht auf die Marketingwirkung einer Medaille angewiesen sind, ihre Weine zur Prämierung eingereicht. Ihnen geht es speziell um die Einschätzung der PAR-Verkoster und um die Verwertbarkeit der Analyse im Qualitätsmanagement – ein Nutzen, der den PAR-Prämierungen mittlerweile zu weltweiter Anerkennung verholfen hat.

Etablierte PIWIs

Gut etabliert sind mittlerweile die pilzwiderstandsfähigen Rebsorten – kurz PIWIs. Verkostungsleiter Martin Darting sieht in ihnen die logische Konsequenz für den Bioweinbau – gerade im Hinblick auf die aktuellen Wetterverhältnisse und den wachsenden Peronospora-Druck in den Weinbergen: „Die PIWIs sind gerade aus dem Bioweinbau nicht mehr wegzudenken. Wo andere über die Lockerung der Pflanzenschutzrichtlinien nachdenken müssen, können sich PIWI-Winzer in unbeständigen Jahren relativ entspannt auf die weitgehende Pilzresistenz ihrer Rebstöcke verlassen. Das spart nicht nur Zeit und Geld; es ist auch für das Ökosystem Weinberg eine enorme Erleichterung – ein Aspekt, der im Zuge des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

Der internationale bioweinpreis ist eine der größten Bioweinprämierungen weltweit.
Das vollständige Ranking sowie weitere Informationen gibt es unter www.bioweinpreis.de.
WINE System AG
Nußbaumstr. 3
83112 Frasdorf
Tel. +49 151 6514 4101
hartung@winesystem.de
http://www.winesystem.de

 

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