weingeschichten

Halbzeit! Weinlese 2016 bei BR-Nett

Das Jahr mit dem Winzer. Unsere Serie, bei der wir Christian Nett seit November 2015 bei der Arbeit begleiten. Mit der Weinlese sind wir in der wichtigsten Phase des Jahres angekommen und berichten auch heute davon mit neuen Momentaufnahmen.

35 ha Weinberge gehören mittlerweile zum Weingut Bergdolt-Reif & Nett, das bedeutet rund 15 % mehr Trauben als noch im letzten Herbst. Mit der gestrigen Lese ist nun in etwa die Hälfte der Ernte eingebracht, das heißt Halbzeit! Und so gut wie alle Basisweine sind im Keller. Bei den Rieslingen und Chardonnays wurde gerade eine Vorlese abgeschlossen, das sind Trauben mit schätzungsweise 20% Botrytisanteil, die separat verarbeitet werden.

Die Trauben für die besten Weine hängen weiterhin an den Stöcken und dort sollen  Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Shiraz am liebsten noch gut 10 Tage verbleiben können. Das hängt natürlich vom Wetter ab. Wenn nötig, wird es kurzfristige Justierungen geben. Aber soweit sieht alles hervorragend aus, wie der Winzer berichtet. Ende dieser Woche werden die weißen Burgundersorten, Silvaner und Spätburgunder gelesen. Anfang nächster Woche kommt der nächste Riesling an die Reihe.

Als ich auf den Hof komme, herrscht reger Betrieb und ich vermeide den Direktkontakt mit sowohl dem Gabelstapler, der kreuz und quer, vorwärts und rückwärts zwischen den Traktoren unterwegs ist, als auch dem Wasserfall. Letzterer lässt auf einen sehr lokalen Schauer in der Nacht schließen…  Ein Arbeitsschritt, der im nächsten Jahr – im Neubau – nicht mehr anfallen wird:

Dieses Mal möchte ich anstatt erst zu den Pressen gleich in den Keller. Auf dem Weg hinunter bemerken wir schon am Eingang, dass die Luft sehr „dick“ von den Gärgasen ist und wir gehen erst einmal wieder nach oben.  Dort schaltet der Winzer dann das Gebläse ein (laut!), das für Zirkulation sorgt und uns danach den Eintritt ermöglicht.

Hier unten gluckert es überall fröhlich vor sich hin und die Türen der meisten Tanks sind verschlossen. Rund 200.000 Liter Wein gären gerade in unterschiedlichen Stufen:

Derweil befinden sich oben noch Rieslinge und Chardonnays der letzten beiden Tage in den Vorklärtanks, wo sie auf ca 14 ° C gekühlt werden. Es gilt also, überall die Kontrolle zu haben, was den fünf Mitarbeitern und Helfern, denen ich in der kurzen Zeit begegne, zu gelingen scheint.

Links im Bild sehen wir wie der Trubanteil steigt, bald kann die Filtration beginnen. Unten rechts ist kein Dämmmaterial oder dergleichen zu sehen, sondern Trubkuchen. Das sind die im Schichtenfilter gesammelten Trubstoffe, die  zusammen mit dem Trester hinaus in den Weinberg gebracht werden. Der abgezogene Saft wird, mit Hefe versehen, per Schlauch in die Gärtanks im Keller umgefüllt.

Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, gibt man bei manchen Weinen der Traubenmaische eine Standzeit vor der Pressung zur Intensivierung der Aromen. Wie hier zum Beispiel, wo Riesling und Chardonnay jeweils ca. 10 Stunden stehen:

Und so klingt Riesling…

Während ich diese Zeilen schreibe, findet gerade eine besondere Lese mit Pferd statt. Wir werden Bilder dazu im nächsten Artikel zeigen.

Das Jahr mit dem Winzer: bisherige Beiträge.

www.weingut-brn.de

 

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