weinempfehlungen

Blindprobe: Spätburgunder bis 20 €

Heute wieder ein Gastbeitrag von Meinolf Sachse, dem wir gleich ganz herzlich gratulieren möchten: gemeinsam mit seiner zukünftigen Frau Jeanette übernimmt er ab heute die Restaurantleitung im wunderschönen Knipsers Halbstück in Bissersheim. Alles Gute! Und Danke für diesen Artikel:

Ende Oktober trafen sich 12 Genussmenschen, Winzer, Sommeliers und professionelle Weinverkoster zu einem spannenden Thema, welches sich in diesem Fall einer Rebsorte, sowie einem Preisbereich gewidmet hat, den man noch als Weine für den „Alltag“ bezeichnen kann.

Spätburgunder bis 20 €
Natürlich ist dies immer so eine Aussage, die einigen sauer aufstösst, wenn man solch eine Preisspanne ansetzt, und ob das dann noch Weine für den Alltag sind. Für mich rein persönlich kann ich behaupten, dass es zutrifft.
Die Weine wurden alle in Zweier-Flights blind verkostet. Jeder durfte in diesem Preisrahmen selber bestimmen, was er anstellen möchte. So kam es auch nicht nur zu pfälzer Gewächsen, es wurden auch Tropfen aus Baden, Mosel, Rheinhessen, Burgund und Neuseeland verkostet.
Insofern ist diese Verkostung auch nicht repräsentativ, aber spannend war sie allemal.
Alle Weine waren trocken und wurden dekantiert, damit das beliebte Thema „Flaschenraten“ auch ausgeschlossen war.

Wir begingen den Auftakt mit einem Spätbrugunder-Sekt:
2014 Rosé Brut von Reichsrat von Buhl. Gefühlt sehr trocken und mit einer kräftigen Säure gepaart war es ein Einsteiger für Liebhaber dieser Stilistik. In diesem Fall wurde ein Fenchelsalat als Gruss gereicht, der mit Olivenöl, Limettensaft, Salz, Pfeffer und für die Farbe etwas Rote Bete-Saft mariniert wurde. Insgesamt ein sehr straighter Apero!

Den offiziellen Auftakt machten:
2014 Spätburgunder, Bender – klar, sauber, gutes Holz, gut
2014 Naegele Feuer, Naegele – modernes Holz, weich, vanillig, überdeckt etwas die Frucht, aber trinkig
2011 Spätburgunder , Salwey, Baden – feine Reife, schlank, saftig, sehr fein, für unter 10€ Preis-Leistung top!
2015 Spätburgunder Toreye, Eymann – haben einige erkannt, sehr jung aber super dicht, unfiltriert, enormer Zug, erinnerte schon ans Burgund
2013 Blauer Spätburgunder, Knipser – geteilte Meinungen, Burgund oder Deutsch, kleiner positiver „Stinker“, dicht, saftig, tolles Holz, gefiel allen!
2014 Spätburgunder, Hüls, Mosel – nach Knipser schwierig, recht hohe Säure, bedingte Balance, braucht vlleicht noch Zeit, Mosel als Herkunft wurde von einigen erkannt
2013 Angiolino Spätburgunder, Lergenmüller – auch hier eher die moderne Stilistik, weich, etwas zu viel „süsses“ Holz, momentan für mich unrund

Zwischendurch wurde ein Spätburgunder angestellt, der in dem Fall über Preis war, somit nicht offiziel bewertet wurde. Wäre er im Preis geblieben hätte dieser Wein den Abend definitiv gewonnen! Es handelte sich um 2013 Spätburgunder „Schulen“, Ziereisen, Baden. Eins sei dazu aus rein persönlicher Sicht geschrieben: Verdammt, war das gut!!!

Den Abschluss bildeten folgende drei Vertreter aus der Pfalz:
2013 Spätburgunder „S“, Bernhard Koch – als Einstieg in die Pinots von B. Koch schon top, feines Holz, etwas burgundisch, super Länge
2004 Pinot Noir „Phillippi“, Köhler-Ruprecht – bei den Gereiften der Hit, Holz und Säure immer noch präsent, saftig und trinkig, braucht aber Essen dazu!
2014 Spätburgunder „Kalkmergel“, Wageck Pfaffmann – sehr schwierig momentan, viel Säure, unhomogen, braucht sicher einfach Zeit

Zusammenfassend lässt sich sicherlich sagen, dass es ein für die klaren Eingrenzungen sehr spannender Abend war, an dem gemerkt wurde, dass viele Weine so ganz blind nicht einfach in eine Region zu verordnen sind. Man merkte natürlich auch, logischerweise, dass es von der Dichte, Stilistik und Aromatik her natürliche Grenzen gibt, die ab den 20 € dann einfach doch nochmal deutlich eine Schippe drauf packen können. Aber preislich bewegen wir uns dann aber eben auch schnell in anderen Sphären. Und es muss schließlich auch Weine geben, die wir jeden Tag trinken und genießen können und sollten.

Zum Wohl!

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